sat.beitinger.de
Einführung in den Satelliten-Direktempfang
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]
Satellitenanlage selbst aufbauen - Montageanleitung
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5] [Teil 6]
Umrüsten analoger Anlagen auf Digitalempfang
Empfang englischer Sender auf Astra 2D
[English Version]
Häufig gestellte Fragen rund um den Satellitenempfang
Unsichtbare bzw. unauffällige Satellitenschüsseln
LNB-Abstände beim Multifeed-Empfang
Narrensicherer Sat-Empfang - Hilfe für technisch unbegabte Mitmenschen
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]
Besonderheiten beim Sat-Empfang in Österreich und der Schweiz
Empfang deutscher Programme im Ausland
Empfangsstärke / Schüsselgrößen im Vergleich
Filme vom Festplattenreceiver zum PC übertragen
Eigene DVB-Aufnahmen auf DVD brennen
DVB-Radio aufnehmen und MP3s erstellen oder CDs brennen
DVD-Recorder und DVD-Festplatte-Kombis für Digitalfernsehen nutzen
Fremdsprachen-Sender als Hilfe zum Sprachenlernen
Meine eigene Anlage - Wie ich zum Sat-Empfang kam
In Europa sind verschiedene Satellitensysteme empfangbar. Fast alle deutschen Schüsseln sind auf die Gruppe der "Astra1"-Satelliten" (Position 19,2° Ost über dem Äquator) ausgerichtet, weil dort die meisten deutschen Programme zu holen sind. Eine Anlage, die auch andere Satellitenpositionen empfangen kann, lohnt sich (fast) nur für Freunde anderer Sprachen.
Die Astra1-Gruppe besteht aus mehreren Satelliten, die am Himmel ganz nahe beisammen stehen, so dass man mit nur einer Schüssel alle gleichzeitig empfangen kann.
Zum Empfang von Astra genügt eine Schüssel mit 60 cm Durchmesser. Falls Platzmangel herrscht, geht es zur Not auch mit einer 40er. Wenn Sie eine gute Schlechtwetterreserve wollen (was besonders bei Mehrteilnehmer-Anlagen zu empfehlen ist), sollte eher ein Modell mit 75 oder 80 cm gewählt werden.
Nach Astra1 ist die Eutelsat-Hotbird-Gruppe auf 13° Ost die beliebteste Position. Es gibt dort eine Handvoll deutscher Sender, die aber größtenteils auch auf Astra erscheinen. Schweizer Fernsehen und Radio gibt es ausschließlich auf Hotbird. Dazu findet sich auf Hotbird eine Vielzahl digitaler Programme aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland. Analogsender gibt es auf Hotbird kaum noch.
Großbritannien wird von den Astra2-Satelliten auf 28,2° Ost versorgt, die teilweise auch in Deutschland zu empfangen sind. Astra2 sendet ausschließlich digital. Viele britische Programme sind verschlüsselt; die staatliche BBC und einige Privatsender senden aber Free-To-Air. Näheres zu deren Empfang finden Sie auf der Sonderseite zu Astra 2D.
Türkische Programme empfängt man am besten von Türksat 1C auf der Position 42° Ost. Es gibt dort sowohl freie Programme als auch Pay-TV.
Man kann zum gleichzeitigen Empfang verschiedener Satellitenpositionen mehrere LNCs mit abweichendem Winkel "schielend" an eine Schüssel montieren (z. B. Astra und Hotbird). Liegen die Positionen zu weit auseinander (z. B. Astra und Türksat), sind separate Schüssel erforderlich. In jedem Fall kann man die Signale mehrerer LNBs über automatische Umschalter zusammenführen, so dass weiterhin nur 1 Kabel bis zum Receiver gelegt werden muss. Mehr Hinweise zum schielenden Empfang gibt es hier.
Ob sich der Mehraufwand wirklich lohnt, will aber gut überlegt sein. Am besten schauen Sie sich zuerst die aktuellen Programmtabellen der verschiedenen Satelliten an. Entsprechende Links finden Sie am Ende der nächsten Seite.
Bedenken Sie auch, dass Sie für einige exotische Satelliten wesentlich größere Schüsseln benötigen.
Eine andere Möglichkeit ist eine drehbare Schüssel, mit der Sie Zugriff auf alle erreichbaren Satelliten haben. Bedenken Sie aber die langen Umschaltzeiten (die Schüssel muss ja immer erst motorisch in Position gebracht werden) und die Tatsache, dass drehbare Schüsseln prinzipbedingt nur für 1 Teilnehmer geeignet sind (sonst würden die Teilnehmer sich ständig gegenseitig die Schüssel wegdrehen). Die exakte Montage von Drehanlagen ist recht kompliziert und definitiv nicht für Anfänger geeignet.
Drehbare Schüsseln sind in erster Linie eine Sache für Technikfreaks. Normale Fernsehnutzer, die bestimmte zusätzliche Satelliten empfangen wollen, fahren mit schielenden LNBs oder ggfs. einer zusätzlichen Schüssel besser.
Die meisten deutschen Programme sind über Satellit frei empfangbar, erfordern technisch also nichts weiter als die Empfangsanlage und einen Receiver. Man spricht auch von "FTA" (Free To Air).
Pay-TV gibt es in Deutschland hauptsächlich von Sky (ehemals Premiere). Mittelfristig könnte auch die Plattform "HD Plus" eine Rolle spielen, auf der einige Privatsender verschlüsselt in HDTV ausstrahlen wollen.
Alle PayTV-Angebote sind naturgemäß verschlüsselt, also nur gegen Gebühr und mit entsprechend ausgerüsteten Receivern zu empfangen. Ein FTA-Receiver kann das nicht und lässt sich dafür auch nicht nachrüsten.
Viele ausländische Programme sind schon heute nur "grundverschlüsselt" empfangbar (z. B. Österreich, Schweiz, Holland). Das hat dann rechtliche Gründe: Der Sender kauft Nutzungsrechte an Filmen und Sportveranstaltungen nur für sein eigenes Sendegebiet. Die Zugangskarten für den ORF werden dann nur an Personen mit Wohnsitz in Österreich ausgegeben, oder die Karten für die SRG nur an Personen in der Schweiz. Nicht einmal teure Pay-TV-Angebote (wie "BSkyB" in Großbritannien) kann man außerhalb der jeweiligen Landesgrenzen legal abonnieren. Zu den wenigen Ausnahmen zählen AB-Sat aus Frankreich und diverse Pornokanäle. Italien betreibt derzeit die offenste Politik: Die staatlichen RAI-Sender sind überwiegend frei empfangbar. Nur bei rechtlichen Problemen (z. B. bei Fußballspielen) wird verschlüsselt.
Etwas großzügiger wird mit den Radiosendern verfahren. So sind alle Sender des Österreichischen und Schweizer Rundfunks frei empfangbar.
Zum Satellitenempfang in Österreich und der Schweiz gibt es noch eine Sonderseite mit genaueren Informationen.
Für Pay-TV brauchen Sie einen speziellen Receiver, der verschlüsselte Programme empfängt. Das kann ein Gerät mit CI-Schacht (common Interface) sein, in das ein passendes CAM (Conditional Access Module) geschoben wird, oder es kann ein Receiver mit fest integrierter Entschlüsselungstechnik für den gewünschten Anbieter sein, in den man die SmartCard des Anbieters direkt stecken kann; letztere Receiver bekommt man oft verbilligt oder kostenlos bei Abschluss des Abos. Leider herrscht derzeit noch ein ziemliches Durcheinander, was die verwendeten Verschlüsselungssysteme betrifft.
Wer derzeit kein PayTV abonnieren will, kann nach wie vor preiswerte FTA-Receiver kaufen. Ein Receiver mit integrierter Entschlüsselungstechnik lohnt sich nicht "auf Vorrat", da er ohne Abo unnötig teuer ist.
Es gibt in Europa eine Vielzahl verschiedener Verschlüsselungssysteme. Damit man nicht für jeden Sender einen speziellen Receiver braucht, haben die Hersteller das "Common Interface" (kurz CI) eingeführt. In die CI-Schnittstelle steckt man ein "Conditional Access Modul" (kurz CA) für das jeweilige Verschlüsselungssystem. Ins CA kommt dann die Zugangskarte ("SmartCard"), die man vom Sender bei Vertragsabschluss bekommen hat.
Etwas preiswerter geht es mit Receivern, die eines der Verschlüsselungssysteme schon eingebaut haben.
Bestimmte Sender wollen aus Sicherheitsgründen nicht, dass es CA-Module für ihr Verschlüsselungssystem gibt. Dann braucht man auf jeden Fall einen Spezialreceiver. Für das Nagravision-System von Premiere gibt es zwar CA-Module, aber diese funktionieren nur in zertifizierten Receivern. (Natürlich gibt es auch "inoffizielle" Lösungen, um Premiere mit nicht zertifizierten CI-Receivern sehen zu können.)
Digitale Verschlüsselungssysteme funktionieren nicht mehr mit externen Decodern (wie früher die analogen), sondern ausschließlich innerhalb von Digitalreceivern mit integrierter Entschlüsselung bzw. CI-Steckplatz. Ohne Entschlüsselung sieht und hört man gar nichts. Deshalb können auch Radiosender verschlüsselt sein.
Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: November 2009
Kontaktadresse für Kritik und Anregungen zu dieser Seite:
![]()