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Satellitenempfang für Einsteiger

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Einführung in den Satelliten-Direktempfang
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]

Satellitenanlage selbst aufbauen - Montageanleitung
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5] [Teil 6]

Umrüsten analoger Anlagen auf Digitalempfang

Alles Wichtige über HDTV

Empfang englischer Sender auf Astra 2D
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Häufig gestellte Fragen rund um den Satellitenempfang

Einführung in DiSEqC

Unsichtbare bzw. unauffällige Satellitenschüsseln

LNB-Abstände beim Multifeed-Empfang

Narrensicherer Sat-Empfang - Hilfe für technisch unbegabte Mitmenschen
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]

Besonderheiten beim Sat-Empfang in Österreich und der Schweiz

Empfang deutscher Programme im Ausland

Empfangsstärke / Schüsselgrößen im Vergleich

Filme vom Festplattenreceiver zum PC übertragen

Eigene DVB-Aufnahmen auf DVD brennen

DVB-Radio aufnehmen und MP3s erstellen oder CDs brennen

DVD-Recorder und DVD-Festplatte-Kombis für Digitalfernsehen nutzen

Fremdsprachen-Sender als Hilfe zum Sprachenlernen

Meine eigene Anlage - Wie ich zum Sat-Empfang kam

Weiterführende Links und Händler-Adressen

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Häufig gestellte Fragen zum Satelliten-Direktempfang

Auf dieser Seite greife ich Fragen auf, die mich als Feedback zu meiner Montageanleitung im Lauf der Zeit erreicht haben, und die vielleicht auch für andere Nutzer von Interesse sind. Die Reihenfolge ist zufällig.

Ich würde gern im Keller einen zentralen Umsetzer aufstellen, so dass man mit allen Fernsehgeräten direkt Satellitenfernsehen empfangen kann und keine Receiver braucht. Ist das technisch möglich?

Ist digitaler Satllitenempfang bei schlechtem Wetter störungsanfälliger als analoger?

Seit der Umstellung auf Digitalempfang funktioniert die automatische Steuerung des Videorekorders per VPS nicht mehr. Ist das normal?

Kann man eine Satellitenschüssel auch unter dem Dach, hinter einer dünnen Bretterwand oder hinter einem Fenster betreiben?

Wie kann ich in Deutschland englische oder amerikanische Sender empfangen?

Wie kann ich Radiosender hören, die über DVB-S ausgestrahlt werden?

Ich habe noch einen alten Multischalter mit zwei Eingängen. Genügt es für Digitalempfang, nur die beiden Highband-Ebenen zu verteilen?

Ich möchte eine Satellitenanlage mit Quattro-LNB und Multischalter installieren. Reicht es zum Einstellen der Schüssel, zunächst nur ein Kabel direkt von einem LNB-Ausgang zum Receiver zu legen, also ohne den Multischalter dazwischen?

In unserem Mehrfamilienhaus besteht eine umfangreiche Kabelfernsehverteilung in Baumstruktur. Können wir trotzdem ohne großen Aufwand auf Satellitenempfang umstellen?

Ich möchte eine Multifeed-Satellitenantenne für Astra und Hotbird aufbauen. Welches LNC liegt dabei rechts und welches links?

Ich habe ein Monoblock-LNC für Astra und Hotbird gekauft. Ich schaffe es aber nicht, beide Satelliten ohne Drehen der Schüssel zu empfangen. Was mache ich falsch?

Ich höre gern und viel Radio. Ist es sinnvoll, sich einen ADR-Receiver anzuschaffen?

Ich kann in meiner Wohnung das terrestrische DVB-T empfangen. Ist es für mich sinnvoll, trotzdem eine Satellitenanlage anzuschaffen?

Meine alte Satellitenanlage wurde digitaltauglich umgerüstet. Zwar kann ich mit meinem Analogreceiver weiterhin alle Programme empfangen, allerdings jetzt auf völlig anderen Frequenzen. Woher kommt das?

Im Winter haben wir oft Empfangsprobleme. Solange Schnee in der Satellitenschüssel liegt, ist der Empfang gestört. Was kann man dagegen tun?

Kann ich mit meiner vorhandenen Empfangsanlage auch Internet-Dienste nutzen? Spare ich dadurch Geld im Vergleich zu DSL?

In meinem Haus sind bereits Koaxialkabel verlegt. Kann ich diese für digitalen Satellitenempfang weiterverwenden?

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F Ich würde gern im Keller einen zentralen Umsetzer aufstellen, so dass man mit allen Fernsehgeräten direkt Satellitenfernsehen empfangen kann und keine Receiver braucht. Ist das technisch möglich?
A Sowas nennt man "Analoge Kanalaufbereitung" und es kostet pro aufbereitetem Sender mehrere hundert Euro. Als man Fernsehen noch analog empfing und die Zahl der Sender überschaubar war, war dieses Verfahren in großen Häusern sinnvoll - aber nicht mehr heute im Zeitalter des Digitalempfangs. Analoge Kanalaufbereitungs-Anlagen verbaut man heute allenfalls noch in Krankenhäusern oder Seniorenheimen, aber nicht mehr in normalen Wohnanlagen. Da die Frequenzen beim Analogfernsehen systembedingt auf ca. 40 Kanäle begrenzt sind und allein auf Astra heute schon über 100 Sender (plus Radiosender plus Pay-TV) zu empfangen sind, ist das auf keinen Fall befriedigend. Hinzu kommt, dass digitale Programminfos und andere neue Komfort-Features auf diesem Weg nicht weitergegeben werden können - von der digitalen Bildqualität, echtem 16:9-Format und HDTV ganz zu schweigen.
Wenn Sie sich gar nicht mit einem externen Receiver anfreunden können, kaufen Sie sich einen Fernseher mit integriertem DVB-S-Tuner (siehe auch hier).
Wenn Sie noch analoges Kabelfernsehen haben und damit glücklich sind, sollten Sie es weiterbenutzen, solange es noch verfügbar ist. Bedenken Sie aber, dass auch das Kabelfernsehen schrittweise digitalisiert wird und Sie dann für jeden Fernseher Receiver+SmartCard benötigen. Langfristig ist der Satellitenempfang einfacher und billiger als Kabel.

F Ist digitaler Satellitenempfang bei schlechtem Wetter störungsanfälliger als analoger?
A Digitaler Empfang ist entweder vorhanden oder nicht. Es gibt keine verrauschten Bilder wie beim terrestrischen Empfang und keine "Fische" wie beim analogen Satellitenempfang. Empfängt man über dieselbe Anlage analog und digital, kann man bei extremen Wetterbedingungen (starker Hagel oder dicke Gewitterwolken) folgende Abfolge feststellen: Der Analogempfang kommt bald an eine Grenze, wo erste Fische (flimmernde, schwarze und weiße Querstreifen) auftreten. Diese Störungen werden bei Verschlechterung des Empfangs immer stärker. Indes bleibt der Digitalempfang völlig ungestört. Lediglich auf der Signalstärkeanzeige bemerkt man die Verschlechterung.
An dem Punkt, an dem der Digitalempfang auszusetzen beginnt (d. h. das Bild ruckelt, schließlich bleibt Schwarzbild oder Standbild), ist der Analogempfang noch vorhanden. Allerdings ist er dann schon so stark mit Fischen durchsetzt, dass man kaum noch etwas erkennt.
Zumindest für die Sender der Astra-Satelliten gilt: Digitalempfang ist wesentlich weniger wetteranfällig als Analogempfang. Nicht umsonst werden für Digitalempfang auch schon deutlich kleinere Schüsseln (ab 40 cm) angeboten - obwohl die gute Schlechtwetterreserve der 60er oder 80er nie verkehrt ist.
Übrigens hängt die Schlechtwetterreserve auch von der Qualität des Tuners ab. Ein empfangsstarker Digitalreceiver kann noch mit deutlich schlechteren Signalen ein ungestörtes Bild aufbauen als ein Receiver mit schwachem Tuner. Erfahrungen mit einzelnen Geräten müssen also nicht repräsentativ für die ganze Technologie sein.

F Seit der Umstellung auf Digitalempfang funktioniert die automatische Steuerung des Videorekorders per VPS nicht mehr. Ist das normal?
A Da das digitale Bild keine Austastlücke besitzt, gibt es darin weder VPS noch Videotext. Für Videotext besitzt der DVB-Standard eine Ersatzfunktion (nachträgliche Generierung im Receiver), für VPS leider nicht. Es empfielt sich daher, für die Aufnahme genügend Spielraum mit einzuprogrammieren (z. B. 5 Minuten vorher einschalten und 20 Minuten nach der offiziellen Zeit ausschalten lassen - damit wirklich alles drauf ist).
Wenn Sie öfter in Abwesenheit Sendungen aufnehmen möchten, kaufen Sie am besten gleich einen Receiver mit Festplatte. Im Gegensatz zum Videorecorder kann man auf Festplatte dann sehr rasch im schnellen Vorlauf den Anfang der Sendung finden, was den Verlust von VPS verschmerzen lässt. Die Vorzüge des Festplattenreceivers (Verlustfreie Aufnahme, Timeshift etc.) überwiegen in der Praxis bei weitem.

F Kann man eine Satellitenschüssel auch unter dem Dach, hinter einer dünnen Bretterwand oder hinter einem Fenster betreiben?
A Die meisten Materialien dämpfen das Satellitensignal zu sehr. Die einzige Möglichkeit, eine Schüssel innerhalb des Hauses zu benutzen, ist der Empfang durch eine Glasscheibe. Natürlich wird das Signal auch hierbei gedämpft, weswegen die Schüssel dann etwas größer sein muss. Ob es überhaupt funktioniert, hängt von den verwendeten Glassorten ab; im Zweifel hilft nur Ausprobieren.

F Wie kann ich in Deutschland englische oder amerikanische Sender empfangen?
A Auf den beliebten Satellitenpositionen 19,2° Ost (Astra) und 13° Ost (Hotbird) gibt es eine Auswahl amerikanischer und britischer Nachrichtensender wie CNN, Sky News, BBC World, CNBC und Bloomberg TV. Daneben senden auch paar englischsprachige Shopping- und Religionssender FTA. Leider findet man auf den genannten Positionen derzeit keine Sender, die Filme oder Fernsehserien im englischen Original frei empfangbar ausstrahlen.
Direktempfang amerikanischer Programme ist aus physikalischen Gründen (Erdkrümmung) nicht möglich. Der Empfang des weltweiten Soldatensenders AFN (Armed Forces Network) wird sehr massiv durch Verschlüsselung und andere Kontrollen eingeschränkt und ist nur für Angehörige oder Angestellte der US-Armee zu bekommen.
Programme aus Großbritannien werden über 28,2° Ost (Astra2) ausgestrahlt. Eine Reihe von (eher zweitklassigen) Sendern gibt es in ganz Europa unverschlüsselt. Die BBC, die Privatsenderkette ITV, Channel 4, Film Four, More 4, Five etc. senden zwar auch unverschlüsselt, sind aber nicht überall in Deutschland gut zu empfangen. Details zum Empfang der britischen FTA-Sender gibt es hier.
Mit einem Pay-TV-Abonnement beim britischen Sky Network bekommt man eine noch bessere Programmauswahl. Allerdings ist das britische Sky recht teuer und kann bislang nur über Bekannte mit Wohnsitz in England oder über eine Agentur abonniert werden.

F Wie kann ich Radiosender hören, die über DVB-S ausgestrahlt werden?
A Spezielle Receiver für Radio gibt es nicht. Der Empfang erfolgt über den normalen Receiver, den man auch zum Fernsehen nutzt. Jeder Receiver hat Cinch-Buchsen als Audioausgänge und kann quasi als Tuner an eine bestehende HiFi-Anlage angeschlossen werden. Zum Einstellen der Sender muss der Fernseher eingeschaltet sein (Bildschirmmenü), aber im Alltag kann man den Receiver dann blind bedienen. Vorteilhaft zum Radiohören sind Receiver mit Display, um den Programmplatz und evtl. auch den Sendernamen zu sehen.
Über Astra sind fast alle deutschen und österreichischen öffentlich-rechtlichen Radiosender in DVB-S zu empfangen; es fehlen lediglich ein paar Regionalversionen. Über Hotbird gibt es zusätzlich die Sender aus der Schweiz.
Ein paar regionale Privatsender werden aber weiterhin nur auf UKW gesendet. Außerdem empfinden viele Nutzer das Radiohören über Satellit als umständlich, da man die Empfangsgeräte nicht so mobil nutzen kann. Mittelfristig werden also weiterhin UKW-Empfänger gebraucht - bevor der UKW-Empfang irgendwann von DAB oder einer alternativen Technik abgelöst wird.

F Ich habe noch einen alten Multischalter mit zwei Eingängen. Genügt es für Digitalempfang, nur die beiden Highband-Ebenen von Astra zu verteilen?
A Es ist keineswegs so, dass nur das Highband für Digitalempfang gedacht ist (wer auch immer diesen Unfug verbreitet hat). Zwar kommt auf Astra 19,2° Ost die Mehrzahl der deutschsprachigen digitalen Programme übers Highband, aber mit Reduzierung der Analogprogramme in den nächsten Jahren werden auch immer mehr Digitalsender ins Lowband geschaltet. Schon heute liegen u. a. Deutsche Welle TV, Bibel TV, Eins Extra, Eins Plus, Eins Festival, arte und Phoenix im Lowband. Eine Anlage, die nur Highband empfangen kann, ist also schon heute mit Einschränkungen verbunden und ganz bestimmt nicht zukunftssicher.

F Ich möchte eine Satellitenanlage mit Quattro-LNB und Multischalter installieren. Reicht es zum Einstellen der Schüssel, zunächst nur ein Kabel direkt von einem LNB-Ausgang zum Receiver zu legen, also ohne den Multischalter dazwischen?
A Das funktioniert, wenn Sie ganz sicher wissen, dass Sie die richtige Ebene für den eingestellten Sender erwischt haben. Sonst drehen Sie sich den Wolf und finden nie die Position.
Wenn Sie das digitale ARD-Paket (11.837 GHz Horizontal, Symbolrate 27500, FEC 3/4) zum Einstellen nehmen, verbinden Sie den Receiver mit "High H".
Wenn Sie das analoge Pro 7 (11,406 GHz Vertikal) zum Einstellen nutzen, verbinden Sie den Receiver mit "Low V".
Achtung: Es gibt einige Quattro-LNBs, die eine Stromversorgung an einem ganz bestimmten Eingang erwarten.

F In unserem Mehrfamilienhaus besteht eine umfangreiche Kabelfernsehverteilung in Baumstruktur. Können wir trotzdem ohne großen Aufwand auf Satellitenempfang umstellen?
A Seit Umzug des Pro7/Sat1-Transponders liegen die wichtigsten deutschen Sender alle im horizontalen Highband. Man könnte daher als Notlösung (!) auf den Multischalter ganz verzichten und stattdessen nur das horizontale Highband verteilen: Man baut ein Quattro-LNB ein und nutzt einfach nur den HighH-Ausgang. Das wäre die simpelste Form einer "Einkabellösung". Ein Umschalten der Ebenen kann dann entfallen, weshalb man das Antennenkabel beliebig baumförmig aufsplitten kann. Eine vom Kabelfernsehen vorhandene Verteilung kann dann weitgehend beibehalten werden; evtl. sind neue Zwischenverstärker nötig, und an den Empfangsstellen muss man 3-Loch-Dosen mit DC-Sperre einbauen (die verhindern, dass sich die angeschlossenen Receiver mit ihrer Versorgungsspannung gegenseitig schädigen). Ferner muss für das LNB eine unabhängige Stromversorgung eingerichtet werden, etwa durch ein separates Netzteil.
Eleganter ist für diesen Zweck eine richtige Einkabellösung wie das Smart DPA 31 (oder Baugleiche). Es versorgt das LNB mit Strom, verstärkt das Ausgangssignal und bietet die Möglichkeit, zusätzlich zwei Transponder aus dem vertikalen Highband auf ungenutzte oder unwichtige horizontale Frequenzen des horizontalen Highbands umzusetzen. Damit lässt sich die Beschränkung auf die horizontale Ebene etwas abmildern. Wenn das noch nicht reicht, gibt es Zusatzmodule, mit denen sich noch weitere Transponder (auch aus dem Lowband oder sogar von anderen Satelliten) umsetzen lassen.
Wenn Sie wissen möchten, welche Sender Sie mit einem Einkabelsystem empfangen können, gehen Sie die Liste bei Lyngsat durch und achten Sie auf unverschlüsselte Digitalsender (in der Liste hellgelb hinterlegt). Mit der simplen Verteilung des horizontalen Highbands empfangen Sie alle Highband-Sender mit horizontaler Polarisation; das sind die Frequenzen oberhalb 11700 MHz mit dem Buchstaben H dahinter. Wenn Sie ein GPA 31 einsetzen, können zusätzlich zwei vertikale Highband-Transponder hinzugenommen werden (also Frequenzen über 11700 MHz mit dem Buchstaben V). Welche beiden Frequenzen dies sind, lässt sich vom Service einstellen; beim Kauf des Gerätes voreingestellt sind TP 78 und TP 104.
Die Idee des Einkabelsystems hört sich toll an, bringt aber Einschränkungen mit sich: Man kann nur noch digital empfangen; evtl. vorhandene Analogreceiver können nicht mehr genutzt werden. Zusatzmodule für die Umsetzung weiterer Frequenzen sind relativ teuer und werden früher oder später unabdingbar; zuletzt wurde eines für den Lowband-Transponder mit Eins Extra, Eins Plus, Eins Festival, arte und Phoenix nötig, und schon bald braucht man ein weiteres, um diverse HDTV-Sender einzuspeisen. Die nötigen Zwischenverstärker und neuen Antennendosen kosten auch was. Bedenkt man die wirklichen Gesamtkosten einer Einkabelanlage, wird sich die Anschaffung nicht immer lohnen, weil bei nur wenigen Teilnehmern die Umrüstung auf Sternstruktur billiger ist. Besser wäre sie sowieso. Sie sollten also vor Einbau einer digitalen Einkabellösung die Gesamtkosten und den tatsächlichen Nutzen sorgfältig abwägen; was auf den ersten Blick einfach und billig erscheint, kann sich über die Jahre zur wahren Kostenfalle entwickeln.

Das Einkabelsystem bleibt also in jedem Fall nur die zweitbeste Lösung. Nur die Sternverteilung lässt jetzt und auch in Zukunft alle Möglichkeiten offen. Sogar für Kabelfernsehen wird bei Neuinstallation die Sternverteilung empfohlen, weil sie Voraussetzung für neue, interaktive Dienste ist. Bei Neubauten und Totalrenovierungen ist die Sternverteilung in jedem Fall Pflicht. (Kommen Sie bloß nicht auf Idee, in einem Neubau an der Zahl der Antennenkabel pro Raum/Wohnung zu sparen; leider sind sich auch viele Elektriker des Problems noch zu wenig bewusst - was dann oft wenige Jahre nach Fertigstellung eines Neubaus das Verlegen neuer Kabel erfordert.)
Neben dem genannten Smart DPA 31 gibt es noch ein anderes Einkabelsystem, das ganz anders funktioniert. Das Unicable-Einkabelsystem auf Basis des DiSEqC-1.1-Protokolls ist eine Lösung, mit der man alle Transponder empfangen kann - jedoch beschränkt auf eine vorher festgelegte Zahl von Receivern. Je mehr Receiver angeschlossen werden sollen, umso teurer wird die Anlage (ein Twin-Receiver zählt bereits als zwei Receiver). Außerdem kann man für dieses Systeme nur wenige, speziell ausgerüstete Receiver einiger Hersteller benutzen; das ist auf längere Sicht eine wirklich massive Einschränkung (es sei denn, Unicable würde künftig auf breiter Front von den Receiverherstellern unterstützt - wonach es z. Z. aber nicht aussieht). Meist überwiegen aus meiner Sicht also die Nachteile gegenüber dem Smart GPA 31, weshalb ich von Unicable in den meisten Fällen abrate. Allerdings muss man die Abwägung immer am Einzelfall festmachen. Auch Unicable kann natürlich nur eine Übergangslösung sein und kein langfristiger Ersatz für eine Sternverteilung.

F Ich möchte eine Multifeed-Satellitenantenne für Astra und Hotbird aufbauen. Welches LNC liegt dabei rechts und welches links?
A Dieses Foto sollte die Frage beantworten. Ob das Astra-LNC in der Mitte liegt und das Hotbird-LNC schielt, ob (wie im Bild) das Hotbird-LNC in der Mitte liegt, oder ob beide links und rechts von der Mitte etwas schielen, spielt keine so große Rolle und kann auch vom Hersteller der Halterung vorgegeben sein. Wichtig ist die Reihenfolge.
Indem man eine der LNC-Membranen mit der Hand abdeckt, kann man im Zweifelsfall leicht feststellen, mit welchem der beiden LNCs man gerade empfängt.
Die Reihenfolge weiterer Sat-Positionen ist übrigens hier aufgelistet.

F Ich habe ein Monoblock-LNC für Astra und Hotbird gekauft. Ich schaffe es aber nicht, beide Satelliten ohne Drehen der Schüssel zu empfangen. Was mache ich falsch?
A Monoblock-LNCs sind eine Kombination aus 2 LNCs und einem DiSEqC-Umschalter in einem gemeinsamen Gehäuse. Umgekehrt als bei den meisten selbstgebauten Anlagen wird bei Monoblocks Astra als DiSEqC B und Hotbird als DiSEqC A angesteuert. Da die meisten Receiver in ihrer Vorprogrammierung Astra als DiSEqC A erwarten, stimmen die Einstellungen zunächst nicht. Bei den meisten Receivern lässt sich das aber leicht ändern. Die Reihenfolge der Satelliten entspricht natürlich auch beim Monoblock-LNC der obigen Abbildung.
Achtung: Gelegentlich werden auch Monoblocks angeboten, die speziell für den deutschen Markt gebaut sind und die hier übliche Reihenfolge (Astra als DiSEqC A und Hotbird als DiSEqC B) einhalten.

F Ich höre gern und viel Radio. Ist es noch sinnvoll, sich einen ADR-Receiver anzuschaffen?
A ADR-Receiver bekommen Sie seit Jahren nur noch gebraucht oder als Restposten. Seit Herbst 2005 werden fast alle öffentlich-rechtlichen Radiosender auf DVB-S aufgeschaltet, sind also mit gewöhnlichen Digitalreceivern zu empfangen (Transponder 93 - auch als "ARD-Radiotransponder" bekannt).
ADR läuft noch übergangsweise weiter, aber die Abschaltung im Jahr 2012 ist bereits beschlossen. Der Kauf eines ADR-Receivers ist also nicht mehr sinnvoll.

F Ich kann in meiner Wohnung das terrestrische DVB-T empfangen. Ist es für mich sinnvoll, trotzdem eine Satellitenanlage anzuschaffen?
A Das hängt von Ihren persönlichen Wünschen ab. Wenn Sie mit dem bei Ihnen vor Ort empfangbaren Senderangebot zufrieden sind, bietet DVB-T eine interessante Alternative. Sie benötigen (bei guter Empfangsstärke) nur eine kleine Zimmerantenne und können Ihr Empfangsgerät jederzeit woanders hintragen, ohne Antennenkabel verlegen zu müssen. Sie benötigen dafür keine Satellitenschüssel und müssen auch keine Kabelgebühren bezahlen. In vielen neuen Fernsehgeräten ist der DVB-T-Tuner schon eingebaut, weshalb Sie dann sogar auf den externen Receiver verzichten können.
Sobald Sie aber an weiteren Sendern interessiert sind, die nicht zum DVB-T-Angebot zählen, ist eine Satellitenanlage die richtige Wahl. Dasselbe gilt, wenn Sie einen großen Flachbildfernseher besitzen und dafür bestmögliche Empfangsqualität brauchen. DVB-T ist qualitativ in den meisten Fällen etwas schlechter als DVB-S, da weniger Bandbreite pro Sender zur Verfügung steht.

F Meine alte Satellitenanlage wurde digitaltauglich umgerüstet. Zwar kann ich mit meinem Analogreceiver weiterhin alle Programme empfangen, allerdings jetzt auf völlig anderen Frequenzen. Woher kommt das?
A Der Hintergrund ist dieser: Im LNC muss die empfangene Frequenz herunterkonvertiert werden. Bei älteren LNCs galt hierfür eine LOF von 10 GHz; beispielsweise wurde die Frequenz 11,494 GHz um 10 GHz auf 1,494 GHz herunterkonvertiert. Das war noch relativ leicht umzurechnen. Später ging man aus Kapazitätsgründen auf 9,75 GHz über. Wenn Ihre Anlage bisher mit 10 GHz arbeitete, müssen Sie nun Ihren Receiver auf den neuen Wert 9,75 GHz umstellen. Receiver jüngeren Baujahrs besitzen dafür eine Einstellung im Menü. Bei älteren Receivern müssen Sie jede Frequenz einzeln umrechnen: Addieren Sie einfach zum Listenwert 0,25 GHz.
Beispiel: Um die Frequenz 11,494 GHz zu empfangen, müssen Sie 11,744 GHz einstellen.
Alternative: Sparen Sie sich den Umstand und kaufen Sie gleich einen zeitgemäßen Digitalreceiver.

F Im Winter haben wir oft Empfangsprobleme. Solange Schnee in der Satellitenschüssel liegt, ist der Empfang gestört. Was kann man dagegen tun?
A In schneereichen Gegenden ist es optimal, die Satellitenschüssel unter einem Vordach zu montieren. Ist das nicht möglich, sollte sie wenigstens gut zugänglich sein, so dass man bei Bedarf den Schnee entfernen kann. Bei Wandmontage kann man dem Schnee vom nächsten Fenster aus mit Hilfe eines langstieligen Besens zu Leibe rücken. Bei Dachmontage hilft die Nähe eines Dachfensters, sofern sich dieses unter der Schneelast noch öffnen lässt. Wenn beides nicht möglich ist, hilft eine größere Schüssel mit ihrer größeren Reserve: Ist die untere Hälfte schneebedeckt, hat man mit der oberen oft noch genug Empfang. Gegen Schnee auf der LNB-Membran hilft ein kleines "Dach" über dem LNB, das als Zubehör im Handel erhältlich ist.
Wenn jeglicher Zugriff unmöglich ist, kommt eine Heizung in Betracht: Auf der Rückseite des Spiegels werden Heizmatten aufgeklebt und bei Bedarf so lange eingeschaltet, bis der Schnee herunterrutscht.

F Kann ich mit meiner vorhandenen Empfangsanlage auch Internet-Dienste nutzen? Spare ich dadurch Geld im Vergleich zu DSL?
A Verschiedene Firmen bieten Highspeed-Internet über Satellit an. Man muss unterscheiden zwischen Einweg- und Zweiweg-Lösungen: Bei den Einweg-Lösungen wird nur der Download über Satellit abgewickelt, während der Upload (Anfordern von Seiten, Verschicken von eMail etc.) noch über Telefon, ISDN oder GPRS/UMTS erfolgt. Zweiweg-Lösungen besitzen dagegen eine sendefähige Satellitenantenne und arbeiten komplett unabhängig von vorhandenen Kabeln.
Die Einweg-Lösungen setzen auf dem DVB-S Standard auf, der auch für digitalen Fernseh- und Radioempfang genutzt wird. Wer schon eine DVB-S-Karte im Computer zum Fernsehempfang nutzt, kann sie meist auch für Internetdienste nehmen. Manche Angebote nutzen die bekannten Astra-Satelliten und erfordern im Idealfall keine weitere Hardware. Andere strahlen über exotische Satellitenpositionen ab und erfordern eine separate Schüssel oder zumindest ein schielendes LNB. Das Problem ist aber, dass man zum Surfen weiterhin die konventionelle Modem- oder ISDN-Verbindung als Rückkanal aufrechterhalten muss. Der Download kommt zwar über Satellit und ist im Idealfall ziemlich schnell, aber beim normalen Surfen gibt es viel zeitlichen Leerlauf, den man mit denselben Providergebühren bezahlt wie ohne Satellitenunterstützung. Ob man durch die hohe Downloadgeschwindigkeit unterm Strich Kosten einsparen kann, ist sehr fraglich; höchstens Power-Downloader können preislich profitieren. Hinzu kommt, dass die Geschwindigkeit starken Schwankungen unterworfen ist; wenn gerade viele Surfer online sind, sinkt die Geschwindigkeit erheblich ab.
Wenn Sie schon eine DVB-S-Karte haben, können Sie das System für größere Downloads mal ausprobieren. Zum allgemeinen Surfen ist es viel zu teuer, weil ja immer noch nach Minuten und nicht nach Volumen abgerechnet wird.
Sehr viel interessanter ist der 2-Wege-Zugang, der u. a. unter dem Namen Astra2Connect zu akzeptablen Preisen angeboten wird. Hier werden Daten nicht nur vom Satelliten gesendet, sondern der Benutzer kann auch zum Satelliten hoch senden, wickelt also den kompletten Zugang über die Satellitenschüssel ab. Ein prinzipbedingtes Problem sind allerdings die langen Verzögerungen, die durch die lange Strecke vom und zum Satelliten bedingt werden; das stört nicht nur beim VoIP-Telefonieren, sondern auch beim Online-Spielen. Außerdem ist ein solcher Zugang bei vergleichbarer Geschwindigkeit immer noch deutlich teurer als das klassische T-DSL nebst Flatrate; zu den monatlichen Grundpreisen kommt die Anschaffung der nötigen Hardware (Spezialschüssel und Spezialmodem), die ebenfalls weit teurer als die für DSL sind.
Da die Kapazitäten der Satelliten sehr begrenzt sind, unterliegen Sat-Flatrates stets einer Einschränkung: Wer überdurchschnittlich viel herunterlädt, bekommt die Downloadgeschwindigkeit gedrosselt, damit auch andere Nutzer noch genug Bandbreite zur Verfügung haben. Dann kann der Sat-Download am Ende genauso lahm sein wie einer per Modem oder ISDN. Für Leute mit großem Download-Volumen eignen sich die Systeme also weniger; Normalsurfer kommen gut mit der Einschränkung klar.
Astra2Connect ist die derzeit attraktivste Art des Internetzugangs in Gebieten, die nicht mit DSL versorgt sind. Wo echtes DSL oder Kabel-Internet verfügbar ist, ist der Satelliten-Internetzugang aber völlig uninteressant.

F In meinem Haus sind bereits Koaxialkabel verlegt. Kann ich diese für digitalen Satellitenempfang weiterverwenden?
A Falls von Antenne bzw. Kabel auf Satellitenempfang umgerüstet wird, stellt sich oft die Frage der Weiterverwendbarkeit vorhandener Kabel. Hier muss man zwei Dinge unterscheiden: Die Kabelqualität und die Art der Verlegung.
Bei der Qualität der Kabel spielen Dämpfung und Schirmung eine Rolle. Die Dämpfung sollte so gering wie möglich sein, kann aber notfalls durch stärkeres Signal (aktiver Multischalter oder Verstärker) ausgeglichen werden. Die Schirmung ist bei digitalem Satellitenempfang wichtig, um Störungen von außen abzuhalten. Heute verbaut man für Digitalempfang nur noch Kabel mit einem Schirmungsmaß von 90 dB oder mehr; generell sind aber alle doppelt geschirmten Kabel (Folie + Geflecht) zu gebrauchen. Mit älteren, einfach geschirmten Antennenkabeln kann bei Digitalempfang das DECT-Problem (Überschneidung der Sat-Frequenz mit dem DECT-Schnurlostelefon und daraus resultierende Störung) auftreten; das betrifft auf Astra den Transponder 104 und damit z. B. Tele 5 und DSF. Die früher ebenfalls betroffenen Sender der Sat1/Pro7-Gruppe wurden mittlerweile auf Transponder 107 verlegt, um das Problem dauerhaft zu umgehen.
Das wirkliche Problem alter Anlagen ist jedoch nicht die Kabelqualität, sondern die Art der Verlegung. Für vollständigen Sat-Empfang ist eine konsequente Sternverteilung erforderlich (vom Multischalter je ein Kabel zu jedem Endgerät, zu Twin-Receivern sogar zwei Kabel). Ältere Verteilanlagen weisen fast immer eine Struktur mit Unterverteilung und/oder Durchgangsdosen auf. Wenn das Ziehen neuer Kabel baulich nicht klappt, hilft hier nur noch die Einkabellösung. Ein größeres Problem haben Sie, wenn bisher eine analoge Einkabellösung genutzt wurde und nun Digitalempfang ermöglicht werden soll. Sie können entweder eine digitale Einkabellösung einbauen (wofür Sie dann sämtliche Receiver tauschen müssen) oder neue Kabel ziehen und Sternverteilung herstellen - woran längerfristig sowieso kein Weg vorbeiführt.

Autor: Andreas Beitinger
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