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Einführung in den Satelliten-Direktempfang
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]
Satellitenanlage selbst aufbauen - Montageanleitung
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5] [Teil 6]
Umrüsten analoger Anlagen auf Digitalempfang
Alles Wichtige über HDTV
Empfang englischer Sender auf Astra 2D
[English Version]
Häufig gestellte Fragen rund um den Satellitenempfang
Unsichtbare bzw. unauffällige Satellitenschüsseln
LNB-Abstände beim Multifeed-Empfang
Narrensicherer Sat-Empfang - Hilfe für technisch unbegabte Mitmenschen
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]
Besonderheiten beim Sat-Empfang in Österreich und der Schweiz
Empfang deutscher Programme im Ausland
Empfangsstärke / Schüsselgrößen im Vergleich
Filme vom Festplattenreceiver zum PC übertragen
Eigene DVB-Aufnahmen auf DVD brennen
DVB-Radio aufnehmen und MP3s erstellen oder CDs brennen
DVD-Recorder und DVD-Festplatte-Kombis für Digitalfernsehen nutzen
Fremdsprachen-Sender als Hilfe zum Sprachenlernen
Meine eigene Anlage - Wie ich zum Sat-Empfang kam
Relativ lange hat es gedauert, bis in Europa das hochauflösende Fernsehen erfolgreich eingeführt wurde. Die heute verwendete Technik ist jung, aber die dahinterstehende Idee ist schon ziemlich alt. Immerhin gab es schon ab den späten 1980ern, also lange vor Einführung der Digitaltechnik, entsprechende Versuche; z. B. wurden etliche Fernsehfilme hochauflösend gedreht, und die olympischen Spiele 1992 in Barcelona wurden komplett in analogem HDTV aufgezeichnet. Trotzdem gingen erst Ende 2005 die ersten regulären HDTV-Kanäle in Deutschland an den Start.
Dass Japan und die USA in Sachen HDTV einige Jahre früher dran waren, mag sich aus dem dort traditionell genutzten NTSC-Fernsehsystem erklären, das sichtbar schlechter als das europäische PAL ist und so vielleicht den Wunsch nach einer verbesserten Fernsehnorm gestärkt hat, während wir in Europa mit unserem PAL noch ganz zufrieden waren.
Inzwischen hat sich in Europa ein digitales HDTV auf Basis des bereits etablierten DVB-Standards durchgesetzt. Nach diversen Probeausstrahlungen entschieden sich die Sender europaweit für den neuen DVB-S2-Standard mit H.264-Kompression.
Die Bezeichnung "SDTV" (Standard Definition Television) wurde nur eingeführt, um die verbale Abgrenzung zu "HDTV" (High Definition Television) möglich zu machen. Nach heute gängiger Definition bezeichnet man jedes Videosystem als hochauflösend, dessen Auflösung die höchstmögliche PAL-basierte Auflösung (720 x 576 Pixel) übersteigt. Aktuell sind als HD-Auflösungen insbesondere 1280 x 720 und 1920 x 1080 Pixel gebräuchlich.
SDTV kann ein Seitenverhältnis von 4:3 (1:1,33) oder 16:9 (1:1,78) haben - wobei der Trend klar zu 16:9 geht. HDTV hat hingegen immer das Seitenverhältnis 16:9.
Analoge Ausstrahlung (Analoges Kabelfernsehen oder Satellitenempfang mit Analogreceiver) ist immer SDTV. Digitale Ausstrahlung kann SDTV oder HDTV sein; einige Sender strahlen dasselbe Programm parallel in SD und HD aus.
Man unterscheidet zwischen Vollbildverfahren (progressiv) und Halbbildverfahren (interlaced). Das Halbbildverfahren ist eigentlich ein Relikt aus der Zeit der Bildröhren: Um das Flimmern zu reduzieren, wurden damals statt 25 Vollbildern pro Sekunde 50 Halbbilder übertragen, also zuerst die ungeraden und dann die geraden Zeilen des Bildes geschrieben.
Da heutige LCD- und Plasmaschirme nicht flimmern, bräuchte man diesen Trick eigentlich nicht mehr und könnte einfach 25 Vollbilder pro Sekunde senden. Allerdings bringt das Halbbildverfahren als angenehmen Nebeneffekt auch eine bessere Bewegungsauflösung mit sich: Durch die 50 unterschiedlichen Bewegungsstufen pro Sekunde läuft das Bild flüssiger als ein Film mit nur 25 Bildern pro Sekunde.
Bei der Festlegung der HDTV-Normen wollte man eine möglichst hohe Auflösung bieten und vom Halbbildverfahren wegkommen, aber auch nicht die Vorteile der 50 Bewegungsstufen pro Sekunde verlieren. Ein Verfahren mit 1920 x 1080 Pixeln und 50 Vollbildern pro Sekunde wäre demnach das Optimum und würde alle Bedürfnisse abdecken, scheitert jedoch noch an Kapazitätsproblemen.
So haben sich in Europa zwei konkurrierende Sendenormen herausgebildet, die jeweils andere Kompromisse eingehen: 1280 x 720 Pixel mit 50 Vollbildern pro Sekunde (auch 720/50p genannt) und 1920 x 1080 Pixel mit 50 Halbbildern pro Sekunde (auch als 1080/50i oder neuerdings als 1080/25i bezeichnet). Der DVB-Standard schreibt beide Normen fest; aktuelle HD-Receiver und Fernsehgeräte können beide Normen gleichermaßen wiedergeben. Eine Norm für das künftige 1080/50p gibt es hingegen noch nicht.
Für Sportübertragungen und generell Aufnahmen mit schnellen Bewegungen ist 720/50p besser; zwar steht hier mit 1280 x 720 Pixeln eine vergleichsweise geringe Nominalauflösung zur Verfügung, aber diese Auflösung bleibt - anders als bei halbbildbasierten Verfahren - auch während der Bewegung voll erhalten.
Für ruhige Studioaufnahmen und Spielfilme hat hingegen 1080/50i gewisse Qualitätsvorteile. Aufgrund des Halbbildverfahrens halbiert sich hier die nutzbare Auflösung während schneller Bewegungen, aber in ruhigen Sequenzen (insbesondere im Studio bei fixierter Kamera) oder mit Spielfilmen (die eh nur aus 25 Bildern pro Sekunde bestehen) bleibt die komplette Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln nutzbar.
Im Augenblick gibt es in Deutschland (und auch sonst in Europa) einen Mix der beiden HD-Formate: Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich auf das 720/50p-Format festgelegt, während die meisten Privatsender in 1080/50i senden.
Würde jeder Sender konsequent nur sein eigenes Format benutzen, wäre das kein Problem. Im Alltag passiert es aber häufig, dass Material vom einen in das andere Format konvertiert werden muss - wodurch man dann die Nachteile beider Formate kombiniert (auch wenn heutige Normwandler schon recht gut sind). Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender mussten schon viel Kritik einstecken, weil sie Sportereignisse in Rücksicht auf internationale Verwertung im Format 1080/50i aufnehmen, aber dann in 720/50p senden.
Die Praxis zeigt allerdings, dass die meisten Zuschauer solche Unterschiede gar nicht bemerken. Sogar der Auflösungs-Unterschied zwischen nativen 1280 x 720 Pixeln und 1920 x 1080 Pixeln (Letzteres vom Marketing gern als "Full-HD" bezeichnet) bleibt meist unsichtbar. Das liegt daran, dass die Programme bei der Ausstrahlung relativ stark komprimiert werden, um Übertragungskapazität zu sparen. Feine Details und Bewegungen verschwimmen dann so oder so.
Eine vollständige Umstellung aller deutschen Sender auf HDTV liegt noch in weiter Ferne. Vorläufig gibt es hauptsächlich "HD-Varianten" größerer Sender, aber die herkömmlichen SD-Sender werden noch viele Jahre parallel weiterlaufen. Selbst auf den HD-Sendern ist nur ein gewisser Prozentsatz der Sendungen schon echtes HDTV. Der Rest ist hochskaliertes SDTV-Material.
Die größte Bedeutung kommt derzeit den HD-Versionen der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zu. Seit den Olympischen Winterspielen 2010 haben sie ihren Regelbetrieb aufgenommen. Sie werden selbstverständlich unverschlüsselt übertragen und sind mit jedem HD-Receiver oder Fernseher mit integriertem HD-Tuner empfangbar, den man heute kaufen kann. Dasselbe gilt für die HD-Version von Arte und den Privatsender Anixe HD.
Empfangen kann man alle freien HDTV-Sender über die Astra-Satelliten. (Auch in den meisten Kabelnetzen werden mittlerweile HD-Sender eingespeist. Ferner gibt es einige HDTV-Kanäle im IPTV-Angebot von T-Home.)
Neben den frei empfangbaren Sendern gibt es ein wachsendes HD-Angebot des Pay-TV-Anbieters Sky. Auch Sky HD ist über Astra-Satelliten (sowie fast alle Kabelnetze) empfangbar.
Die werbefinanzierten Privatsender RTL, Vox, Sat 1, Pro 7 und Kabel 1 sind mittlerweile als HD-Versionen auf der neuen Satellitenplattform "HD+" zu sehen - leider jedoch verschlüsselt, so dass man einen speziellen Receiver und eine freigeschaltete Smartcard braucht. Offenbar versuchen sich die Privatsender mit dem Umstieg auf HD neuerlich an einer Grundverschlüsselung, nachdem vor ein paar Jahren die geplante Verschlüsselung der bestehenden SD-Sender ("Entavio") am Bundeskartellamt gescheitert war.
Die SmartCard ist im ersten Jahr kostenlos und läuft dann aus; die Verlängerung für ein weiteres Jahr kostet pauschal 50 Euro. Verschlüsselung schränkt naturgemäß die Receiverauswahl ein und zwingt Besitzer bisheriger HD-Receiver, sofern sie die Privatsender in HD-Qualität sehen wollen, zu Neukauf oder Aufrüstung. Erschwerend kommt hinzu, dass es neuartige Beschränkungen gibt: Bei Festplattenreceivern wird der schnelle Vorlauf gesperrt, um ein Überspringen der Werbeblöcke zu verhindern.
Zum Empfang der HD-Plus-Plattform sind zertifizierte Receiver erhältlich. Außerdem verwendbar sind neuere Modelle, die eine sogenannte "CI Plus" Schnittstelle besitzen (wofür man dann noch ein Modul braucht). Allerdings gibt es in Zusammenarbeit mit den Receiverherstellern auch ein paar Übergangslösungen für vorhandene HD-Receiver (in Form von Firmware-Update und CI-Modul).
Ob das Konzept der Kostenpflicht und strikten Zugangskontrolle von der deutschen Zuschauern akzeptiert wird, wird sich zeigen - und zwar spätestens nach dem ersten Jahr, wenn die Zuschauer entscheiden müssen, ob ihnen die Sache weitere 50 Euro wert ist. Wenn man für den Zugang bezahlen soll, jedoch immer noch Werbeunterbrechungen ertragen muss und diese noch nicht mal mit dem Festplattenreceiver überspringen kann, wird sich so mancher Kunde fragen, ob die bessere Bildqualität diese Nachteile wirklich ausgleicht. Solange dieselben Sender noch in SD-Qualität ohne alle Beschränkungen empfangbar sind, hat man als Zuschauer immerhin die Wahl.
Es bleibt zu hoffen, dass die Nachfrage gering bleibt. So werden die Sender gezwungen, entweder die Verschlüsselung ganz aufzuheben oder gleich ein ehrliches Pay-TV-Modell ohne Unterbrechungswerbung einzuführen (was dann auch fiese Kunstgriffe wie das Sperren des schnellen Vorlaufs überflüssig macht).
Auf jeden Fall wird die Verschlüsselung der Privatsender die Verbreitung von HDTV bremsen - so wie bisher schon die Digitalisierung des Kabelfernsehens durch die Grundverschlüsselung der Privatsender gehemmt wird.
Weitere Infos zum HDTV-Programmangebot und zu geeigneten Receivern finden Sie unter hdtv-pro.de.
Speziell auf HDTV via IPTV ausgerichtet ist die Seite iptv-anbieter.info.
Die gute Nachricht für alle Besitzer digitaltauglicher Satelliten-Empfangsanlagen: Für HDTV muss nichts um- oder aufgerüstet werden. Jede gewöhnliche Anlage, die die 4 ZF-Ebenen der Astra-Satelliten empfangen kann, ist automatisch fit für HDTV. Eher schmunzelnd kann man betrachten, wenn manche Hersteller auf ihre Multischalter und LNBs draufschreiben "für HDTV geeignet", so als sei dies eine Besonderheit.
Einfache HDTV-Receiver sind mit Preisen ab 80 Euro recht erschwinglich geworden, so dass man heute in der Regel kein SD-Modell mehr kaufen muss. Etwas teurer sind allerdings noch die Luxusgeräte mit zwei Tunern und Festplatte.
HDTV-Receiver empfangen übrigens auch die herkömmlichen SDTV-Sender in MPEG2, können also einen SD-Receiver vollständig ersetzen.
Bei HDTV-Receivern muss man ferner unterscheiden zwischen solchen für Kabelempfang (DVB-C) und solchen für Satellitenempfang (DVB-S2). Über Antenne wird in Deutschland bisher kein HDTV ausgestrahlt; eine Norm dafür (DVB-T2) gibt es aber schon.
Die Spezial-Box für HDTV via IPTV erhalten Kunden ausschließlich direkt vom Anbieter (T-Home).
Welchen Einfluss auf den Satelliten-Receivermarkt die neue Plattform "HD+" hat, muss sich zeigen. Speziell für HD+ ausgerüstete und zertifizierte Receiver sind eine sehr fragwürdige Entwicklung. Hingegen die CI-Plus-Schnittstelle, in die man ggfs. ein Modul für HD+ einschieben kann, entwickelt sich langsam zum Standard (insbesondere bei Fernsehern mit integriertem Receiver), so dass man beim Kauf bald nicht mehr darauf achten muss.
Sky (vormals Premiere) hat schon länger eigene Geräte mit integrierter Entschlüsselung zertifiziert. Ob man irgendwann mit Sky-Receivern und einer Sky-Smartcard auch "HD+" empfangen können wird (also ohne zwei Systeme parallel betreiben zu müssen), ist bislang ungeklärt.
Für vollen HD-Genuss muss natürlich auch das Fernsehgerät geeignet sein. Um Fernsehgeräte zu kennzeichnen, die problemlos mit HDTV-Receivern zusammenarbeiten, wurde das "HD Ready"-Logo entworfen. Man findet es mittlerweile auf allen LCD- und Plasma-Fernsehern ab einer gewissen Größe sowie auf den meisten Videobeamern. Das Logo garantiert das Vorhandensein einer HDMI-Schnittstelle, die eine volldigitale Übertragung des Bildes vom Receiver zum Fernseher ermöglicht. (HDMI ist ein neuer Standard und löst die analogen Scart-Verbindungen ab).
Zwar geben HDTV-Receiver auch noch über Scart herkömmliche PAL-Signale für ältere Fernsehgeräte aus, aber in diesem Fall sieht man nichts von der höheren Auflösung.
Leider sagt das "HD Ready"-Logo noch wenig über die tatsächliche Auflösung des Bildschirmes und die interne Signalverarbeitung aus; vorgeschrieben ist lediglich eine Mindestauflösung von 720 Zeilen in der Vertikalen. Die meisten der bisher verkauften HD-Bildschirme entsprechen gerade dem Mindeststandard und lösen 1280 x 720 oder 1366 x 768 Pixel auf. Geräte mit vollen 1920 x 1080 Pixeln (an dem Logo "Full HD" zu erkennen) sind inzwischen ebenfalls erschwinglich, aber leider ist die Technik oft noch nicht ganz durchdacht; so gibt es Fernseher, die zwar 1920 x 1080 darstellen, das Bild aber nicht pixelgenau wiedergeben, sondern etwas hochskalieren (damit ein Overscan-Bereich wegfällt). Bestmögliche Qualität steht natürlich erst zur Verfügung, wenn die Auflösung nativ genutzt werden kann, d. h. jeder Bildpixel tatsächlich einem Fernseher-Pixel entspricht.
Älteren HD-Fernsehern fehlt auch noch die Unterstützung für das sogenannte 24p-Format (Wiedergabe von Spielfilmen auf Blu-ray-Disc mit 24 Vollbildern pro Sekunde).
HDTV braucht große Fernsehgeräte. Ohne großen Fernseher und/oder kurzen Betrachtungsabstand ist HD schlicht und einfach sinnlos. Bei den kleinen Bilddiagonalen und großen Betrachtungsabständen, die sich bisher in vielen Wohnzimmern eingebürgert haben, würde man in vielen Fällen vom gewohnten Sitzplatz aus gar keinen Unterschied zwischen SDTV und HDTV sehen können.
Noch schwerer sieht man den Unterschied zwischen "HD Ready" und "Full HD": Aus wohnzimmertypischen Betrachtungsabständen muss ein Fernseher richtig groß sein, damit man die Vorteile voller HD-Auflösung gegenüber "HD Ready" genießen kann. 1920 x 1080 Pixel auf einem 80-cm-LCD sieht aus 4 Metern Distanz nämlich nicht anders aus als 1280 x 720 Pixel, selbst wenn der Zuschauer sehr gute Augen hat. Erst auf größerer Bildfläche - oder aus deutlich kürzerer Entfernung - hat man vielleicht was von der ganz hohen Auflösung (sofern auch das Quellmaterial gut genug ist).
Wer also mit dem Kauf eines Full-HD-Fernsehers liebäugelt, sollte sich gut überlegen und ggfs. im Geschäft ausprobieren, ob er beim gegebenen Betrachtungsabstand in seinem Wohnzimmer überhaupt Vorteile von Full-HD hat, ober ob ein billiges "HD Ready"-Gerät nicht denselben Zweck erfüllen würde. Wer überwiegend Fernsehsender anschauen wird, die in 720/50p ausstrahlen (z. B. die Öffentlich-Rechtlichen), hat so oder so nichts von der höheren Auflösung des Fernsehers.
Die Bedeutung der Auflösung wird oft überschätzt, denn sie ist ein sehr beliebtes Marketing-Argument; man kennt das ja von Digitalkameras, die mit immer mehr Pixel beworben werden. Aber die Praxis zeigt: Wenn ein gewisses Niveau erreicht ist, verpufft eine weitere Steigerung der Auflösung wirkungslos.
Der Empfang von HDTV-Sendern ist nicht der einzige Weg, den HD-Fernseher mit hochaufgelöstem Material zu füttern. Es gibt mittlerweile fast jeden Film, der neu auf DVD erscheint, auch zeitgleich auf Blu-ray-Disc.
Außer den für HDTV-Fernsehen genutzen Normen (1080/50i und 720/50p) unterstützt die Blu-ray-Disc noch ein speziell für Spielfilme gedachtes Verfahren mit 1920 x 1080 Pixeln und 24 Vollbildern pro Sekunde (1080/24p - oft auch abgekürzt 24p genannt).
Nicht alle für HD geeignete Fernsehgeräte können das 24p-Format nativ wiedergeben. Zwar kann man die Filme dann behelfsweise als 60i-Format an den Fernseher ausgeben, aber dies mindert die Qualität (die Schärfe sinkt und es ruckelt stärker).
Wer gern Spielfilme schaut und einen Blu-ray-Player anschaffen will, sollte also beim Kauf des Fernsehers unbedingt auf die 24p-Kompatibilität achten.
Neben der Disc wird künftig auch das Internet als Vertriebsweg eine große Rolle spielen; über Streaming-Boxen wird man sich HD-Filme als kostenpflichtigen Download ins Wohnzimmer holen und braucht dann überhaupt kein physikalisches Medium mehr kaufen. Dies alles funktioniert aber nur dort, wo sehr schnelle Internetzugänge zur Verfügung stehen - und das trifft bislang nur auf wenige Ballungsräume zu. Daher wird das Internet kurz- und mittelfristig die Blu-ray-Disc noch nicht verdrängen können.
Ein hochauflösender LCD-TV oder Plasma-TV bietet sich an, um digitale Fotos vorzuführen. Leider stimmt das Seitenverhältnis der Kameras meist nicht mit 16:9 überein und verursacht daher schwarze Streifen links und rechts (die meisten Digitalfotos werden in 4:3 oder 3:2 aufgenommen - von Hochformaten ganz abgesehen). Das ist nicht zu ändern - es sei denn, man beschneidet die Bilder vorher.
Erfolgt die Zuführung in HD, ist die Qualität sehr gut und nicht mehr mit der jämmerlichen PAL-Ausgabe zu vergleichen, die man mit Bildern auf CD oder DVD in Verbindung mit herkömmlichen DVD-Playern erzielen konnte.
Aktuelle Digitalkameras bringen bereits einen HDMI-Ausgang mit, mit dem sie die Bilder direkt an einen HD-Fernseher weitergeben können. Weiterhin sind HD-Fotoplayer mit YUV- oder HDMI-Ausgang erhältlich.
Auch einige neuere DVD-Player besitzen einen HDMI-Ausgang und können JPEGs darüber in voller HD-Qualität ausgeben (wenn auch nicht sehr komfortabel). Dasselbe geht mit Blu-ray-Playern.
Die genannten Lösungen sind aber nur für die manuelle Vorführung einzelner Bilder geeignet. Für die Vorführung richtiger Diaschauen mit Ton ist ein HD-Videoformat erforderlich, d. h. mittelfristig wird hierfür die Blu-ray-Disc das Mittel der Wahl sein (siehe auch nächster Abschnitt).
Alternativ eignet sich als Zuspieler für Bilder und Bilderschauen auch ein einzeln erhältlicher HD-Mediaplayer oder ein Notebook mit HDMI-Ausgang.
Schon vor Start der ersten regulären HDTV-Fernsehsender kamen die ersten hochauflösenden Camcorder auf den Markt. Heute haben die Standards HDV und AVCHD die größte Bedeutung. Daneben gibt es auch noch herstellerspezifische Sonderstandards (v. a. bei Billig-Camcordern und den Videofunktionen digitaler Fotokameras), die die Verwirrung komplett machen.
Vorreiter war das HDV-System, das herkömmliche MiniDV-Kassetten in Verbindung mit MPEG2-Kompression verwendet und je nach Hersteller entweder 1280 x 720 progressiv oder 1440 x 1080 interlaced auflöst. Heutiger Quasi-Standard ist jedoch AVCHD auf Basis von H.264, das verschiedene Auflösungen bis zu vollen 1920 x 1080 schafft, und das nicht mehr auf ein bestimmtes Aufnahmesystem festgelegt ist; mittlerweile werden hauptsächlich fest verbauter Flash-Speicher und SDHC-Speicherkarten verwendet.
Tatsächlich wird künftig das Aufnahmeformat keine große Rolle mehr spielen, da man jetzt in Form der Blu-ray-Disc ein einheitliches Distributionsformat hat (wie bisher die DVD für SD-Video). Wenn Blu-ray-Rohlinge einmal günstiger werden und Blu-ray-Player mehr Verbreitung gefunden haben, kann man selbstgefilmtes HDTV in voller Auflösung auf Scheiben bringen und im Freundeskreis verteilen.
Bis dahin kann man selbstgefilmtes HDTV-Material auch direkt aus dem Camcorder vorführen oder sich einen separaten HD-Mediaplayer besorgen und diesen einfach mitnehmen, wenn man außer Haus die eigenen HD-Filme vorführen will - vorausgesetzt, es gibt dort einen Flachbildfernseher oder Beamer mit HDMI.
Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: Juni 2010
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