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Satellitenempfang für Einsteiger



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(Stichtag: 30. April 2012)

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Zusammenstellung und Montage Ihrer Anlage (Teil 5)

Verlegen des Koaxialkabels

Nun müssen Sie das Koaxialkabel von der Schüssel bis zum Multischalter oder späteren Standort des Receivers verlegen.
Achten Sie darauf, dass der Stecker am LNC ordnungsgemäß montiert ist (falls Sie ihn vorher nur provisorisch angeschraubt haben) und gegen Feuchtigkeit geschützt wird. Wenn bei einer Satellitenanlage zum späteren Zeitpunkt Probleme auftreten, hat man es fast immer mit feuchtigkeitsbedingten Kurzschlüssen in den Steckern am LNC zu tun. Von daher sollte diesem Punkt große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die meisten LNCs bringen bereits einen Wasserschutz für die Anschlussbuchse(n) mit; ansonsten empfiehlt es sich, den Stecker straff mit selbstverschweißendem Dichtungsband zu umwickeln. Zusätzlich können Sie "wasserdichte" F-Stecker benutzen, die oben und unten eine Gummidichtung besitzen.
Mit den einfachen Gummitüllen, die als Nässeschutz angeboten werden, habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Sie sind nie richtig dicht und sorgen durch den Kapillareffekt eher für eine Verschlimmerung der Situation.

Wenn der Feedarm herstellerseitig keine Befestigung für das Kabel mitbringt, können Sie es mit wetterfestem Klebeband oder mit Kabelbindern daran festzurren. Bei einigen Herstellern ist es möglich, die Kabel durch einen Hohlraum des Feedarms zu ziehen. Das muss natürlich vor dem Anschrauben und Abdichten der F-Stecker geschehen. (Überhaupt sollten Sie sich schon in der Vorbereitungsphase Gedanken machen, wie Sie das Kabel verlegen werden.)
Legen Sie das Kabel hinter der Schüssel großzügig um die Kurve oder machen Sie sogar eine kleine Schleife. Falls Sie nämlich später eine größere Schüssel montieren möchten, fehlt Ihnen sonst ein Stück Kabel für den längeren Feedarm.

In bestimmten Montagesituationen (wenn man nachher nicht mehr an den Feedarm herankommt) kann es vorteilhaft sein, Anschluss und Abdichtung der Stecker am LNC bereits vor der Justage (Schritt 6) vorzunehmen.

Die weitere Verlegung des Kabels hängt von Ihren örtlichen Gegebenheiten ab.
Wenn das Kabel nicht länger als 100 Meter ist, brauchen Sie keinesfalls einen Verstärker. Auch bei längeren Kabeln sollte ein Verstärker nur benutzt werden, wenn nachweislich Probleme wegen der Kabellänge vorliegen. (Ein Verstärker kann prinzipbedingt keinen schlechten Empfang ausgleichen, sondern nur Kabelverluste. Der Empfang kann bestenfalls so gut sein wie direkt an der Schüssel.)
Mit gestörtem Bild (wie man es vom analogen Kabelanschluss kennt) ist beim digitalen Satellitenempfang sowieso nicht zu rechnen. Der LNC selbst besitzt schon einen kräftigen Ausgangspegel, so dass überflüssige Verstärker zur Übersteuerung und damit zu Empfangseinbußen führen. (Um diese zu beseitigen haben hochwertige Multischalter sogar Dämpfungsregler für die LNB-Eingänge.)

Bei komplexeren Anlagen werden Sie ganze Kabelstränge verlegen müssen. Wenn Sie auf Putz verlegen müssen, empfehle ich aus optischen Gründen die Benutzung von Kabelkanälen.

Sie benötigen 4 Kabel pro LNC von der Schüssel zum Multischalter und jeweils 1 Kabel vom Multischalter zu jedem Receiver. Ferner benötigen Sie für den Multischalter zur Stromversorgung eine 230-V-Steckdose. Bei LNCs mit integriertem Multischalter (Single, Twin, Quad, Octo) legen Sie die entsprechende Anzahl Kabel direkt von der Schüssel zu den Receivern. Eine eigene Stromversorgung ist dann nicht nötig, weil diese LNCs von den Receivern mit Strom versorgt werden.

Eine mögliche Alternative zu den dicken Kabelsträngen (besonders in Häusern, wo es Leerrohre gibt) ist die optische Signalübertragung.

Für die Funktion nicht zwingend nötig, aber sehr zu empfehlen, ist ein zentraler Potentialausgleich; er verhindert, dass sich Überspannungen in den Kabeln bilden, die sich dann beim Anfassen schmerzhaft entladen würden.
Viele neuere Multischalter haben eine Erdungsklemme, an die man ein Erdungskabel (z. B. 4 qmm grün/gelb) anklemmt, das seinerseits mit der Potentialausgleichsschiene verbunden wird. Das ist relativ einfach zu machen.
Hat der Multischalter keine eigene Erdungsklemme, wird es komplizierter: Dann führt man alle ein- und abgehenden Koaxialkabel über einen sogenannten Erdungsblock mit F-Buchsen (d. h. die Kabel werden an dieser Stelle unterbrochen, mit F-Steckern versehen und dann über den Erdungsblock wieder verbunden) zur Potentialausgleichsschiene.
Bitte beachten Sie, dass der Potentialausgleich der Kabelschirmungen unabhängig ist vom Blitzschutz der Schüssel und des Masten/Wandhalters, weil Kabelschirmungen und Metallteile in der Regel nicht leitend verbunden sind. Wenn Sie in Sachen Potentialausgleich und Blitzschutz auf Nummer sicher gehen wollen, ziehen Sie bitte einen Elektrofachmann hinzu!

Wenn Sie eine besonders saubere Montage im Wohnraum wünschen, können Sie dort Sat-Antennendosen montieren. Diese Dosen haben neben den terrestrischen Radio- und Fernsehbuchsen eine oder zwei Sat-Buchsen (man nennt sie 3-Loch- bzw- 4-Loch-Dosen). Wenn Sie über den Multischalter ein terrestrisches Signal (DVB-T und/oder UKW) eingeschleift haben, übernimmt die Dose auch die Aufteilung in Sat und Terrestrik.
In vielen Fällen können Sie jedoch auf die Sat-Dose verzichten: Einfach am Ende des Kabels direkt einen F-Stecker montieren und diesen am Receiver anschließen.

Nächster Teil

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: Dezember 2011

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