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Satellitenempfang für Einsteiger

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Narrensicherer Sat-Empfang - Hilfe für technisch unbegabte Mitmenschen
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Bastellösungen für den narrensicheren Satellitenempfang

Was wir eigentlich erreichen wollen, ist Folgendes:
1) Die gesamte Anlage (Fernseher und Receiver) wird mit einem Knopfdruck ein- und ausgeschaltet.
2) Programmwechsel und Lautstärkeregelung lassen sich mit derselben Fernbedienung steuern.

Was man nicht ändern kann, ist die Tatsache, dass zwei getrennte Geräte im Einsatz sind und der Receiver irgendwo in Nähe des Fernsehers Platz finden muss. Tatsächlich stört das aber die meisten Leute nicht. Was sie stört, ist die Bedienung über zwei getrennte Fernbedienungen. Eine handelsübliche Universalfernbedienung bringt in dieser Hinsicht jedoch keine Verbesserung. Sie behebt ja nicht das Problem, dass zwei unterschiedliche Geräte bedient werden müssen; gerade zum Ein- und Ausschalten der Anlage sind immer noch komplexe Bedienschritte nötig. Außerdem hat so eine Universalfernbedienung viele "überflüssige" Knöpfe, bei deren Betätigung unerwartete Dinge geschehen oder sogar der Rest der Fernbedienung nicht mehr gewohnheitsgemäß funktioniert.

Für die erste Anforderung (Ein- und Ausschalten über eine gemeinsame Taste) gibt es mehrere Ansätze. Ganz wenige Fernseher bieten die Funktion, sich selbst aus dem Standby-Betrieb einzuschalten, sobald der Receiver (oder auch der Videorekorder) ein Schaltsignal liefert. Das machen z. B. bestimmte Geräte von Telefunken und Thomson. Wer so eines hat, hat das Problem schon zu 90 % gelöst.
Ansonsten erreichen wir unser Ziel am einfachsten, wenn wir den Fernseher zum "Sklaven" des Receivers machen. Der Ablauf im täglichen Gebrauch ist folgender: Solange der Receiver ausgeschaltet ist, bekommt der Fernseher keinen Strom. Wird der Receiver eingeschaltet, wird automatisch die Stromversorgung für den Fernseher hergestellt. (In Ausnahmefällen kann es sinnvoll sein, umgekehrt den Receiver zum Sklaven des Fernsehers zu machen.)

Bevor wir nun Geld ausgeben oder zum Lötkolben greifen, sollten wir zuerst die Tauglichkeit des Fernsehgerätes überprüfen. Damit der Trick überhaupt funktioniert, muss der Fernseher nämlich zwei Voraussetzungen erfüllen: Er muss in der Lage sein, nach Unterbrechung der Stromversorgung einzuschalten, also nicht in den Standby-Betrieb. Und er muss entweder selbstständig auf AV-Eingang schalten können oder fest auf den AV-Eingang einstellbar sein.
Ob es mit einem bestimmten Fernseher funktioniert, lässt sich leicht herausfinden: Man schaltet einen angeschlossenen Receiver ein (ersatzweise einen Videorekorder, der auf Wiedergabe laufen muss), trennt den Fernseher im laufenden Betrieb für mindestens 30 Sekunden vom Stromnetz und steckt ihn dann wieder ein. Wenn der Fernseher dann von selbst wieder anläuft und das Bild des Receivers bzw. Videorekorders zeigt, ist er für unsere Anwendung geeignet. Manche Geräte (z. B. bestimmte Blaupunkt-Typen) schalten nach Stromausfall grundsätzlich in den Standby-Betrieb und sind daher ungeeignet. Bei manchen kann man im Menü wählen, was sie nach Stromunterbrechung tun sollen. Die meisten "merken" sich den Zustand vor dem Stromausfall.
Leider sind auch nicht alle Fernsehgeräte in der Lage, per Schaltspannung auf AV-Eingang zu schalten. Dann kann es passieren, dass der Fernseher zwar nach der Stromunterbrechung einschaltet, jedoch auf Programmplatz 1. Dieses Problem lässt sich behelfsweise umgehen, wenn der Receiver einen HF-Modulator hat und der Fernseher über Antennenbuchse auf Kanal 1 mit dem Bild des Receivers versorgt wird. Bei Vorhandensein einer Scart-Buchse ist das natürlich ärgerlich, weil man Bildqualität und Stereoton verschenkt.
Am wenigsten Probleme bekommt man ironischerweise mit ganz alten Fernsehgeräten, die noch nicht einmal eine eigene Fernbedienung haben. Bei ihnen wird alles mechanisch über Drehregler eingestellt.
In jedem Fall sollten Sie den Netzschalter des Fernsehers im eingeschalteten Zustand blockieren (z. B. überkleben). Der Netzschalter wird ja nicht mehr gebraucht, und sein versehentliches bzw. gewohnheitsmäßiges Ausschalten könnte unserer Zielgruppe schon wieder Probleme bereiten.

Nun wollen wir uns dem Receiver widmen, der ebenfalls ein paar Voraussetzungen erfüllen muss. Schließlich muss er die Stromversorgung des Fernsehers schalten. Als optimal hat sich hierfür die Benutzung einer Master-Slave-Steckdosenleiste erwiesen. Die wird vorwiegend als Computerzubehör verkauft, taucht aber gelegentlich auch zu moderaten Preisen bei Aldi, Lidl, Norma usw. auf. Achten Sie auf ein Modell mit einstellbarer Schaltschwelle.
Die Verkabelung ist simpel: Der Receiver kommt in die Master-Dose, der Fernseher in eine der Slave-Dosen. Wenn der Receiver eingeschaltet wird, registriert die Elektronik den ansteigenden Stromverbrauch und gibt dem Fernseher ebenfalls Strom. Wird der Receiver ausgeschaltet, geht etwa eine Sekunde später auch der Fernseher aus. Sollte das nicht auf Anhieb klappen, muss die Schaltschwelle angepasst werden (denn moderne Receiver brauchen im Standby und im Betrieb viel weniger Strom als ältere Geräte).
Meist kann man die große Master-Slave-Leiste hinter dem Fernseher oder unter dem Schrank unsichtbar verstauen. Falls Sie sich dennoch an der Größe der Leiste stören, können Sie die Elektronik herausnehmen oder bei Conrad Electronic ein Master-Slave-Modul (BestNr. 130495 für 15,34 Euro) besorgen und dieses in ein kleineres Gehäuse einbauen. Das hängt von Ihren Bastelkünsten ab, ist aber letztlich nur eine Schönheitsfrage.

Vorsicht ist bei Receivern geboten, die sich nachts zeitweise einschalten, um z. B. aktuelle EPG-Infos herunterzuladen. Wenn möglich, deaktivieren Sie eine solche Funktion im Menü. (Für unsere Zielgruppe ist der EPG nicht so wichtig.) Andernfalls schaltet durch den erhöhten Stromverbrauch auch der Fernseher mitten in der Nacht ein.

Es gibt noch eine ganz simple Alternative: Manche Leute fürchten sich vor Wohnungsbränden und haben sich deshalb angewöhnt, ihre Elektrogeräte bei Nichtgebrauch auszustecken oder am Netzschalter auszuschalten. Sie verzichten bewusst auf den Komfort, den Fernseher vom Sessel aus einschalten zu können. Viele machen das auch aus Gründen des Stromsparens (obwohl es bei modernen Geräten mit ihrem niedrigen Standby-Verbrauch kaum noch was bringt).
Wenn Sie es mit solchen Leuten zu tun haben, können Sie Fernsehgerät und Receiver über eine gemeinsame Steckdosenleiste schalten (ohne Master-Slave-Funktion, einfach mit Kippschalter). Zusätzliche Voraussetzung ist, dass auch der Receiver in der Lage ist, nach Stromausfall einzuschalten (d. h. nicht in Standby, wie oben schon für den Fernseher erklärt).
Nehmen Sie aber für einen solchen Zweck nur Steckdosenleisten mit eingebautem Überspannungsschutz; die Schalter in Billigleisten können kurze Stromspitzen erzeugen, die das angeschlossene Gerät schädigen (ist mir selbst in der Praxis schon passiert).

Bleibt noch die Einrichtung der Fernbedienung.

Die meisten Receiver besitzen die Möglichkeit, das Lautstärke-Ausgangssignal zu regeln. Dann wird der Fernseher auf einen höheren Lautstärkepegel festgesetzt und die Lautstärke über den Receiver heruntergeregelt. Eine Steuerung des Fernsehers ist dann gar nicht mehr nötig. Ob dieses Verfahren der Tonqualität bekommt, sollte aber gründlich ausgetestet werden; manche Receiver rauschen bei niedrigem Ausgangspegel deutlich. Außerdem lässt sich nicht bei jedem Fernseher die Einschaltlautstärke dauerhaft festsetzen (so dass sie auch nach Unterbrechung der Stromversorgung auf dem hohen Pegel bleibt, was für unsere Zwecke Voraussetzung wäre).
Gänzlich untauglich ist das Verfahren, wenn noch ein Videorecorder oder DVD-Player angeschlossen wird, denn dessen Ausgangslautstärke lässt sich wahrescheinlich nicht regeln; somit wäre die Wiedergabe viel zu laut.

Die elegantere Möglichkeit ist die Modifikation einer Universalfernbedienung. Es muss ein Modell sein, das ohne Ebenen-Umschalten die Programme des Receivers und die Lautstärke des Fernsehers regeln kann. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass die eingestellten Codes auch ohne Batterie gespeichert bleiben; sonst könnte nach Leerung der Batterien eine Neuprogrammierung fällig werden.
Theoretisch bedarf es gar keines Umbaus, doch hinsichtlich echter Narrensicherheit ist ein Eingriff zu empfehlen: Zu groß ist die Gefahr, dass der Benutzer versehentlich eine andere Geräteebene wählt und sich dann nicht mehr zu helfen weiß. Es müssen also alle Ebenen-Tasten (außer "Sat") deaktiviert werden. Das geht am elegantesten durch Öffnen der Fernbedienung und Überkleben der entsprechenden Kontaktflächen mit Tesa oder Isolierband.
Bei Billigmodellen muss während des Umbaus die Stromversorgung sichergestellt werden, weil die Codes sonst gelöscht werden. Schlimmstenfalls wird nach einem längeren Batterieausfall ein erneutes Öffnen der Fernbedienung und die Wiederholung der Prozedur nötig; das ist ein Grund mehr, beim Kauf auf die Batterieausfallsicherheit der Fernbedienung zu achten.

Nächster Teil

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: Mai 2009

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