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Satellitenempfang für Einsteiger

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Zur Reihenfolge der Programme

Gerade Senioren schimpfen gern über den vielen "Mist", den das Fernsehen bringt. Gelegentlich mögen sie damit recht haben, aber oft handelt es sich auch um ein Altersproblem. Nicht jedes Programm ist für alte Menschen zugänglich; neben geprägten Sehgewohnheiten (also einem Generationsproblem) hat dies mit der im Alter nachlassenden Seh- und Hörstärke zu tun. Die Auffassungsgabe sinkt, und das merkt man ja auch im Alltag. Wenn Senioren dem Fernsehprogramm nicht mehr folgen können, lehnen sie es ab. Ganz schnell wird dann das Fernsehen insgesamt abgelehnt, und die vielen für ältere Menschen interessanten Sendungen werden erst gar nicht gefunden.

Die Reihenfolge der Programme kann eine gewichtige Rolle dabei spielen, ob jemand mit seinem Fernsehprogramm zufrieden ist oder nicht. Die meisten Leute starten den Fernseher nämlich auf Programmplatz 1 und schalten langsam hoch.
Die vorderen (insbesondere einstelligen) Plätze werden viel häufiger genutzt als die hinteren. Das ist statistisch erwiesen. Nicht umsonst geben sich Sender gern Namen mit einstelligen Zahlen darin (z. B. Pro 7, Tele 5, Das Vierte) - in der Hoffnung, dass man sie der besseren Merkbarkeit halber auf der entsprechenden Programmnummer ablegt. Ein und derselbe Fernsehfilm kann im ZDF drei Millionen Zuschauer verbuchen, nachdem er wenige Tage zuvor auf Arte nur hunderttausend Zuschauer hatte. Dieser erstaunliche Unterschied liegt nur daran, dass das ZDF bei den meisten Zuschauern weiter vorn in der Liste liegt und daher häufiger eingeschaltet wird. Werden identische Sendungen zeitgleich in mehreren Sendern übertragen (z. B. das Kanzler-Duell), hat die ARD die höchsten Quoten, gefolgt vom ZDF, dann kommt RTL und dann Sat 1.
Wenn das schon bei jüngeren und technisch begabten Leuten so ist, gilt es erst recht für die etwas älteren und technisch unbedarften, denen diese Sonderseite ja mit gewidmet ist.

Es gilt also, die Reihenfolge der Programme zielgruppengenau zu ordnen. Während die Vorprogrammierung der Receiver sich an die breite Masse wendet, haben Leute mit höherer Bildung, speziellen Interessen oder speziellen Abneigungen ganz andere Schwerpunkte.

ARD und ZDF auf Platz 1 und 2 sind faktisch unantastbar, weil jeder sie dort erwartet. Während dann bei den meisten jüngeren Zuschauern gleich RTL und Sat1 kommen, stehen bei den Älteren Kulturprogramme und die Dritten weit höher in der Gunst und sollten in der Liste nach vorn wandern. Bei einem Sportfan wird DSF ziemlich weit vorn kommen, während es bei Sportmuffeln irgendwo jenseits von Platz 60 landen kann. Wer sich sehr für Regionales interessiert, sollte seinen Regionalsender weit vorn haben. Wer religiöses Programm mag, möchte vielleicht K-TV und Bibel-TV auf den vorderen Plätzen sehen. Wer den Massengeschmack im Stile von RTL und Sat 1 verabscheut, sollte diese Sender eher auf den hinteren Plätzen finden. Wer gut Englisch spricht und an internationalen Nachrichten interessiert ist, möchte CNN und CNBC weiter vorn finden usw.
Anders ausgedrückt: Die Programme, die dem Nutzer am wichtigsten sind, sollten auch möglichst weit vorn einprogrammiert werden. Die Programme, die der Nutzer am wenigsten mag, sollten ganz weit nach hinten rutschen. Das steigert subjektiv die Zufriedenheit mit dem Fernsehen. Probieren Sie es aus - auch an sich selbst!

Senioren sind verschieden, und nicht jeder Rentner hat denselben Geschmack. Wenn man den Fernseher bzw. Receiver für ältere Mitbürger programmiert, sollte man immer dessen persönliche Vorlieben berücksichtigen. Im Schnitt kann man aber durchaus Tendenzen feststellen: Bei den meisten Älteren stehen die dritten Programme der näheren Umgebung (oder der eigenen Herkunftsregion) höher im Kurs als alle Privaten. Auch manche der öffentlich-rechtlichen Zusatzsender (Eins Festival, ZDF Doku etc.) können interessant sein. Regionalsender werden sehr gern angenommen, und auch religiöse Sender haben einen gewissen Stellenwert. Die jüngeren Senioren sehen noch viel Nachrichtensender wie Phoenix oder N-24, während sich bei älteren der Schwerpunkt auf das Unterhaltungsangebot der Dritten Programme verlegt.
Aber das sind nur durchschnittliche Erfahrungen. Wie schon gesagt: Jeder Senior kann seine eigenen Vorlieben entwickeln. Und nicht jeder sagt offen, was er am liebsten sieht; etwa ältere Herren mit Schlafstörung, die des Nachts mit Vorliebe durch die Angebote mit den leicht bekleideten Damen zappen, geben dies tagsüber meistens nicht zu.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: Mai 2010

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