sat.beitinger.de

Satellitenempfang für Einsteiger

STARTSEITE

Einführung in den Satelliten-Direktempfang
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]

Satellitenanlage selbst aufbauen - Montageanleitung
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5] [Teil 6]

Umrüsten analoger Anlagen auf Digitalempfang

Alles Wichtige über HDTV

Empfang englischer Sender auf Astra 2D
[English Version]

Häufig gestellte Fragen rund um den Satellitenempfang

Einführung in DiSEqC

Unsichtbare bzw. unauffällige Satellitenschüsseln

LNB-Abstände beim Multifeed-Empfang

Narrensicherer Sat-Empfang - Hilfe für technisch unbegabte Mitmenschen
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]

Besonderheiten beim Sat-Empfang in Österreich und der Schweiz

Empfang deutscher Programme im Ausland

Empfangsstärke / Schüsselgrößen im Vergleich

Filme vom Festplattenreceiver zum PC übertragen

Eigene DVB-Aufnahmen auf DVD brennen

DVB-Radio aufnehmen und MP3s erstellen oder CDs brennen

DVD-Recorder und DVD-Festplatte-Kombis für Digitalfernsehen nutzen

Fremdsprachen-Sender als Hilfe zum Sprachenlernen

Meine eigene Anlage - Wie ich zum Sat-Empfang kam

Weiterführende Links und Händler-Adressen

IMPRESSUM

Die unsichtbare Satellitenschüssel

Bemerkung: Der folgende Text ist schon etwas älter und die beschriebenen Produkte sind teilweise nicht mehr oder nicht mehr in dieser Form lieferbar. Bitte erkundigen Sie sich bei Interesse im Fachhandel über das aktuelle Angebot.

Na gut, ich muß zugeben: Die Überschrift ist ein wenig optimistisch ausgefallen. Wirklich unsichtbar ist eine Satellitenschüssel nie. Allerdings kann man einiges tun, um sie möglichst unauffällig zu gestalten.

Hierfür gibt es mehrere Beweggründe: Viele Leute empfinden Satellitenantennen als häßlich und als optische Störung einer Fassade. Schaut man sich Extrembeispiele an Mehrfamilienhäusern an, ist dieses Argument nicht von der Hand zu weisen. Als Hausbesitzer hat man Interesse daran, daß die eigene Immobilie nicht zum Schandfleck einer Straße wird. Schließlich investiert man ja auch in Fassadenrenovierung und Begrünung.
Umgekehrt haben Mieter zu leiden, wenn der Vermieter vorsorglich gleich jegliche Form des Satellitenempfangs verbietet. Will man einem offenen Streit aus dem Weg gehen, sucht man vornehmlich nach unauffälligen Empfangsmöglichkeiten, die dem Vermieter im Idealfall verborgen bleiben. Was der Vermieter nicht sieht, wird ihn auch nicht stören. (Ich übernehme aber keine Verantwortung für juristische Folgen dieser Aussage!)

Ich will auf dieser Seite einige gängige Möglichkeiten vorstellen, den Satellitenempfang augenverträglich zu gestalten. Eine Universallösung gibt es nicht. Je nach örtlicher Gegebenheit wird man die jeweils beste Lösung suchen müssen.

Gemeinschaftsanlagen

Statt sich über die vielen Schüsseln an den Fenstern der Mieter zu beschweren, sollten sich Vermieter Gedanken über eine Gemeinschaftsanlage machen. Eine einzelne Schüssel, günstig plaziert, stört allemal weniger als viele Einzelanlagen, die meist wohnraumnah und wenig nach optischen Gesichtspunkten angedübelt wurden. Natürlich will so eine Anlage gut geplant sein: Je nach Herkunftsland der Bewohner haben sie Interesse an bestimmten Satelliten. So macht es wenig Sinn, in einem Haus, das überwiegend von Türken bewohnt wird, eine reine Astra-Empfangsanlage zu installieren. Man muß den tatsächlichen Bedarf der Hausbewohner ermitteln, so daß hinterher auch alle zufrieden sind.
Wenn der Vermieter nicht will, können sich natürlich auch interessierte Mieter zusammentun und eine gemeinsame Anlage errichten. Es ist nicht nötig, gleich das ganze Haus "zwangsweise" von Kabel- auf Satellitenempfang umzustellen. In vielen Häusern gibt es eine friedliche Koexistenz, so daß jeder das bekommt, was er möchte.

Richtiger Montageort

Zwar rate ich aus bestimmten technischen und praktischen Gründen von einer Dachmontage ab, allerdings sind Satellitenschüsseln auf dem Dach weniger störend als an der Fassade - zumindest, wenn sie die richtige Farbe haben (siehe nächster Punkt). Wenn sich weiter unten kein geeigneter Ort findet und die Optik des Hauses wichtig ist, stellt die Dachmontage oft einen guten Kompromiß dar.

Für andere Orte gilt die Regel: Je unruhiger der Hintergrund strukturiert ist, umso weniger fällt die Schüssel als Fremdkörper auf. Eine Holzverkleidung ist besser geeignet als die glatte Fassade; zwischen Bäumen sieht man weniger davon als auf freier Fläche.
Oft gibt es "stille Winkel" auf dem Grundstück, die von außen nicht einsehbar sind, und die sich aufgrund ihrer Lage (Azimut und Elevation beachten!) trotzdem für die Montage einer Satellitenschüssel eignen. Lieber muß man ein paar Meter Kabel mehr legen, notfalls sogar unter der Erde, und hat dafür eine unauffällig untergebrachte Satellitenschüssel.

Richtige Farbgebung

Je besser die Farbe einer Schüssel an den Hintergrund angepaßt wird, umso weniger fällt sie auf. Ab Werk gibt es hellgrau (für weiße Fassaden) sowie die gängigen Dachfarben anthrazit und ziegelrot. Wer eine besondere Farbe benötigt, kann die Schüssel mit mattem Lack umfärben. Mit etwas künstlerischem Geschick kann man die Schüssel sogar an komplexere Hintergrundstrukturen angleichen, was meist noch weniger auffällt als eine Einheitsfarbe. Oder man macht aus der Not eine Tugend und gestaltet die Schüssel als künstlerischen Blickfang. Zu beachten ist lediglich, daß der Lack dünn und gleichmäßig aufgetragen wird, um die Empfangseigenschaften nicht unnötig zu beeinträchtigen.

Transparente Schüssel

Noch einfacher gelingt der Angleich an den Hintergrund mit einer Schüssel aus Plexiglas. Wirklich unsichtbar ist diese natürlich nicht, kann aber in bestimmten Situationen eine Verbesserung darstellen. Im Vergleich zu Schüsseln aus Stahl oder Aluminium ist eine Plexiglasschüssel deutlich teurer.

Schüssel auf dem Balkon

Ist ein Balkon in Südrichtung vorhanden, kann man dort die Satellitenschüssel so hinter dem Geländer montieren, daß man von außen bzw. von unten fast nichts davon sieht. Zu beachten ist, daß das Geländer nicht in den Empfangsbereich ragt. Natürlich geht damit etwas Platz auf dem Balkon verloren. Wenn die Schüssel nicht angedübelt werden darf, stehen Balkonhalter zur Verfügung: Sie bestehen aus einem Stück Mast und einer Grundplatte, die mit einer üblichen Gehwegplatte beschwert werden kann.
Noch unauffälliger, wenn auch platzraubend, sind "liegende" Schüsseln. Mit Hilfe eines speziellen Halters wird eine Offset-Schüssel derart kopfüber montiert, daß die normalen Empfangseigenschaften erhalten bleiben. Von außen sichtbar ist dann lediglich der Feedarm mit dem LNB. Allerdings muß die Schüssel bei Schneefall von Hand abgewischt werden, was bei überdachten Balkonen nicht oft vorkommen sollte.

Schüssel hinter Glas

Wer über ein genügend großes Fenster in Südrichtung verfügt, kann die Schüssel dahinter aufbauen. Am ehesten kommt das in Frage, wenn ein unausgebauter Dachboden mit Fenster zur Verfügung steht (denn im Wohnzimmer will man die Schüssel ja nicht stehen haben).
Praktische Tests haben gezeigt, daß gängige Fensterglassorten sehr unterschiedliche Durchlässigkeit besitzen; manchmal funktioniert der Empfang noch durch ein dreifachverglastes Isolierfenster, während manchmal bereits eine einzige dünne Scheibe den Empfang verhindert. Besonders ungeeignet sind Gläser, die im Quecksilberbad gegossen wurden (solche Fenster wurden bis in die 80er-Jahre verbaut) und natürlich Gläser mit einer metallischen Hitzeschutzbeschichtung. Auch Dachflächenfenster sind prinzipiell einsetzbar, wenn sie die genannten Voraussetzungen erfüllen. Allerdings wird man dann mit Empfangsausfall leben müssen, sobald Schnee auf der Fensterfläche liegt.
Jede Glasscheibe, auch eine vergleichsweise gut geeignete, dämpft das Signal. Ob es noch reicht, auch bei schlechtem Wetter, muß man testen. Generell sollte die Schüssel, wenn sie hinter Glas montiert ist, etwas größer sein.

Schüssel unterm Dach

Lange Zeit erntete man ein mitleidiges Lächeln, wenn man als Laie nach der Möglichkeit fragte, eine Satellitenschüssel unterm Dach zu installieren. Eine Schweizer Firma will das dennoch möglich machen. Grundlage des Systems sind Dachplatten aus einem strahlendurchlässigen Kunststoff, mit denen man ein kleines Stück der Dachhaut ersetzt. Dahinter kommt eine gewöhnliche Satellitenschüssel, die freilich zwei Nummern größer als üblich ausfallen darf, um die Dämpfung durch den Kunststoff sowie die Flächenverluste bei Dachbalken und Lattung aufzufangen. Die Kunststoff-Dachziegel werden in verschiedenen Formen, passend zu gängigen Dachsystemen, angeboten. Sie lassen sich individuell lackieren und damit an die Farbe der anderen Platten angleichen.
Hauptproblem ist auch hier wieder der Schneefall. Der Hersteller empfiehlt, hinter der entsprechenden Dachstelle einen elektrischen Heizlüfter aufzustellen, der bei Bedarf das Dachstück von Schnee befreit. In schneereichen Gegenden kommt das System auf Dauer also teuer. Außerdem muß das Dach möglichst genau in Südrichtung zeigen, damit der Einfallswinkel nicht zu flach wird.

Getarnte und andersartige Schüsseln

Eine Satellitenschüssel muß nicht so aussehen wie eine Satellitenschüssel.
Beliebt bei Campern, aber zunehmend auch zu Hause, sind Flachantennen. Sie sind anders aufgebaut als herkömmliche Satellitenantennen und benötigen keinen Feedarm. Ob man die eckige Form schöner findet, ist Geschmackssache. Vielleicht fallen sie im Umfeld moderner Architektur weniger auf, weil man sie für ein Gestaltungselement halten könnte.

Noch unauffälliger ist die "Gartenlampe" eines italienischen Herstellers. Sie enthält neben einer runden 43 cm Schüssel zusätzlich eine Energiesparlampe, so daß sie tatsächlich auch leuchten kann. Durch ihre Bauart bietet sie die Empfangsleistung einer herkömmlichen 60 cm Antenne. Es sind Versionen für einen oder mehrere Teilnehmer erhältlich.

Ein ähnliches Konzept verfolgen die Cubsat-Antennen, die als schräge Kästen auf Terassen oder Balkone gestellt oder ein Stück im Erdreich vergraben werden. Sie sehen damit nicht direkt wie Satellitenschüsseln aus, sind aber genauso groß wie herkömmliche Schüsseln vergleichbarer Leistung. Mit den größeren Cubsat-Modellen ist sogar Multifeedempfang für Astra und Hotbird möglich.

Allen genannten Spezialantennen ist gemein, daß ihre Möglichkeiten hinsichtlich Multifeedempfang und nachträglicher Erweiterung begrenzt sind. Auch sind sie um ein Mehrfaches teurer als übliche Offset-Spiegel.

Eine Bezugsquelle für Gartenlampe, Cubsat und andere Spezialitäten (z. B. Fenster-Klemm-Halter, um Schüsseln ohne Bohrlöcher zu befestigen), ist übrigens der Sat-Shop Heilbronn.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: ?

.

Kontaktadresse für Kritik und Anregungen zu dieser Seite: