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Satellitenempfang für Einsteiger



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Einführung in den Satelliten-Direktempfang
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Satellitenanlage selbst aufbauen - Montageanleitung
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Einkabelsysteme und Kanalaufbereitung
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Umrüsten analoger Anlagen auf Digitalempfang
(Stichtag: 30. April 2012)

Alles Wichtige über HDTV

Empfangswege (Sat, Kabel, Antenne) kombinieren

Empfang englischer Sender auf Astra 2D
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Häufig gestellte Fragen rund um den Satellitenempfang

Einführung in DiSEqC

Unsichtbare bzw. unauffällige Satellitenschüsseln

LNB-Abstände beim Multifeed-Empfang

Narrensicherer Sat-Empfang - Hilfe für technisch unbegabte Mitmenschen
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]

Besonderheiten beim Sat-Empfang in Österreich und der Schweiz

Empfang deutscher Programme im Ausland

Empfangsstärke / Schüsselgrößen

Filme vom Festplattenreceiver zum PC übertragen

Eigene DVB-Aufnahmen auf DVD brennen

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DVD-Recorder und DVD-Festplatte-Kombis für Digitalfernsehen nutzen

Fremdsprachen-Sender als Hilfe zum Sprachenlernen

Meine eigene Anlage - Wie ich zum Sat-Empfang kam

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Zusammenstellung und Montage Ihrer Anlage (Teil 2)

Zusammenstellung und Kauf der Komponenten

Wenn Sie keine besonderen Ansprüche haben, kaufen Sie einfach ein Komplettpaket mit Schüssel und Receiver(n). Für Einzelnutzer gibt es das schon ab 50 Euro. Zusätzlich benötigen Sie meistens noch eine Wandhalterung, etliche Meter Koaxialkabel und Kleinteile (Stecker, Kabelschellen, Schrauben etc.).
Das Preis-Leistungsverhältnis dieser einfachen Komplettpakete ist sehr gut. Sie können schon mal Erfahrung mit dem Satellitenempfang sammeln und später, wenn Sie sich besser auskennen, die Anlage aufrüsten.
Alternativ gibt es auch abgestimmte Komplettpakete für mehrere Teilnehmer (z. B. hier). Für normale Ansprüche fährt man damit recht günstig, und man kann beim Zusammenstellen der Komponenten nichts falsch machen.

Wenn Sie eine ausgefallenere Anlage bauen möchten, müssen Sie Einzelkomponenten einkaufen. Trotz aller Infos, die Sie auf dieser Seite finden, werden Sie dabei nicht ganz auf fachliche Beratung verzichten können. Die finden Sie, wenn Sie viel Glück haben, bei einem guten Fachhändler. Ansonsten sollten Sie eines der fachbezogenen Foren im Internet (siehe die Seite mit den Links) aufsuchen.

Es ist eine endlose Zahl von Kombinationen denkbar. Ich will hier nur einige gängige Zusammenstellungen aufzählen.

Erst mal brauchen Sie eine Schüssel. Deren Größe hängt vom Verwendungszweck ab. Für Astra-Empfang genügen 60 cm (in Ausnahmefällen sogar noch weniger). Wenn Sie mehr Empfangsreserve bei Regen, Hagel, Gewitterwolken oder Schneefall wünschen, sollten Sie eher 75 oder 80 cm nehmen. Mehr als 100 cm bringen bei Astra keinen spürbaren Vorteil mehr.
Für andere Satelliten sind z. T. größere Durchmesser erforderlich: Für Hotbird sollten es 80 cm sein, für den Türksat-Ostbeam sind mindestens 110 cm zu empfehlen.
Wenn Sie gleichzeitig 2 Satelliten über ein "schielendes" LNC empfangen, sollte der Spiegel etwas größer sein als die jeweilige Empfehlung. Außerdem brauchen Sie zusätzlich einen "Multifeed-Halter", mit dem Sie die beiden LNCs im entsprechenden Abstand montieren können.

Nicht jede beliebige Kombination lässt sich über eine schielende Schüssel empfangen. Je näher die Satelliten am Orbit beisammen stehen, umso besser geht es. Bei Abständen unter 4° sind schlanke Spezial-LNCs notwendig.

Die Kombination aus Astra 19,2° Ost und Hotbird 13° Ost funktioniert problemlos und ist seit langem erprobt. In der Deutschschweiz gilt sie sogar als Standardinstallation.
Astra 2 liegt mit 28,2° Ost schon etwas weiter von Astra 1 entfernt, trotzdem ist ab 85 cm Antennengröße ein schielender Empfang von Astra 2 möglich; in der östlichen Hälfte Deutschlands braucht man zum Empfang bestimmter Transponder allerdings größere Schüsseln (siehe auch hier).
Sogar eine Drei-Satelliten-Lösung aus Astra1, Hotbird und Astra 2 funktioniert. In diesem Fall sollte Astra1 in der Mitte liegen, während Astra2 und Hotbird schielen. Alles Weitere zum schielenden Empfang steht hier.

Eine Multifeed-Kombination aus Astra1 und Türksat 1c klappt wegen des großen Abstandes mit einer normalen Schüssel nicht. Wenn man 2 getrennte Schüsseln verwendet, kann man die Signale der LNCs trotzdem per Multischalter oder DiSEqC-Schalter zusammenführen, so dass man nur 1 Kabel zu jedem Receiver legen muss.

Für mehr als 2 oder 3 Satellitenpositionen, auch bei größerem Abstand, gibt es Spezialschüsseln (z. B. Toroidal). Diese sind aber groß, schwer und teuer - und die perfekte Justage erfordert mehr Erfahrung als bei herkömmlichen Multifeed-Lösungen. Oft sind 2 getrennte Schüsseln kleiner, unauffälliger und billiger.

Neben Kabel, Steckern und Befestigungsmaterial benötigen Sie noch eine entsprechende Anzahl Receiver. Bei Neukauf nimmt man heute fast immer HDTV-taugliche Receiver, auch wenn das verwendete Fernsehgerät noch kein HD kann. Einfache SDTV-Receiver, die man billig gebraucht oder als Restposten bekommt, sind natürlich auch nutzbar. Analoge Receiver sollte man sich allerdings nicht mehr andrehen lassen; sie funktionieren noch, aber ab 1. Mai 2012 sind sie nur noch wertloser Elektroschrott.
Wenn Sie Pay-TV (insbesondere Sky oder HD-Plus) empfangen möchten, muss der Receiver dafür ausgelegt sein.

Die Art und Anzahl der LNCs (auch LNBs genannt) und evtl. des Multischalters richtet sich nach der Zahl der anzuschließenden Receiver sowie nach der Zahl der zu empfangenden Satellitenpositionen:

1/2/3/4 Receiver - 1 Satellit: Das ist der einfachst denkbare Fall, den auch die billigen Komplettpakete abdecken. Hat man nur einen einzigen Receiver, benutzt man ein Universal-Single-LNC und verbindet seinen Ausgang mit dem Receiver. Für 2 Receiver geht es ähnlich: Man nimmt ein Universal-Twin-LNC und schließt an jedem der 2 Ausgänge je 1 Receiver an. Für bis zu 4 Receiver gibt es sogenannte Quad-LNCs mit 4 Ausgängen (nicht mit Quattro-LNBs verwechseln!). Einfacher kann die Verkabelung einer Sat-Anlage nicht sein.

4 oder mehr Receiver - 1 Satellit: Dies ist die häufigste Konstellation in Ein- und Mehrfamilienhäusern. Sie benötigen ein Quattro-LNC, das alle 4 Polarisationsebenen Highband H, Highband V, Lowband V und Lowband H einzeln ausgibt. Diese Ausgänge verbinden Sie mit den 4 entsprechend bezeichneten Eingängen eines Multischalters (der eine eigene Stromversorgung braucht). An dessen Ausgänge werden die Receiver angeschlossen. Multischalter können 4, 6, 8 oder mehr Ausgänge haben. Planen Sie nicht zu knapp. (Achtung: Das Quattro-LNB nicht mit einem Quad-LNB verwechseln, an das man 4 Receiver direkt anschließen kann! Das sind zweierlei Sachen, auch wenn die Namen ähnlich klingen.)

Manche Multischalter lassen sich kaskadieren, d. h. durch Hintereinanderschalten mehrerer Einheiten kann man die Zahl der Ausgänge (fast) unbegrenzt erweitern. Das ist aber teurer als der Kauf eines einzelnen, ausreichend dimensionierten Multischalters.
Die meisten Multischalter besitzen noch einen zusätzlichen Eingang, um das Signal einer terrestrischen Antenne (Dachantenne für DVB-T und/oder UKW) einzuschleifen. Sie können dann im Wohnraum eine satellitentaugliche Antennendose (3-Loch-Dose) installieren, in der die Signale wieder getrennt werden. Für die Dachantenne ist kein separates Kabel mehr erforderlich.
Dementsprechend gibt es eine Konvention für die Bezeichnung der Multischalter: Z. B. ein 5/8-Multischalter hat 5 Eingänge (4 Polarisationsebenen plus Terrestrik) und 8 Ausgänge.
Ein Multischalter wird vorzugsweise im Dachboden oder im Keller montiert. Er bildet den zentralen Ausgangspunkt für die "sternförmige" Kabelverteilung.

1/2 Receiver - 2/3/4 Satelliten: In diesem Fall kommen Sie mit zwei bis vier Universal-Single-LNCs aus. Deren Ausgänge leiten Sie in die Eingänge eines sogenannten DiSEqC-Umschalters. Dessen Ausgang verbinden Sie mit dem Receiver. So brauchen Sie nur 1 Kabel bis zum Receiver und können trotzdem auf alle Polarisationsebenen (4 pro Satellit) zugreifen. Solche DiSEqC-Schalter gibt es mit 2 oder 4 Eingängen, so dass Sie an einem Receiver 2, 3 oder 4 Satelliten empfangen können.
Wenn Sie mit maximal 2 Receivern auskommen, können Sie es so ähnlich machen. Nehmen Sie dann Twin-Universal-LNCs und 2 DiSEqC-Schalter. Jeweils ein Ausgang von jedem LNC wird jeweils einem DiSEqC-Schalter zugeführt, der dann jeweils einen Receiver versorgt.

Mittlerweile gibt es im Handel auch "Octo-LNCs" mit 8 direkten Ausgängen. Das vereinfacht die Verkabelung, da man dann direkt von der Schüssel aus verkabeln kann und keine zusätzliche Spannungsversorgung braucht. Das ist nützlich, wenn es z. B. in alten Häusern im Dachboden keinen Stromanschluss gibt, oder wenn direkt an der Außenfassade Kabel in jede Wohnung gezogen werden sollen. Für mehr als 8 Receiver gibt es keine so einfache Lösung; man kann auch nicht zwei LNBs für denslben Satellten verwenden, da ja immer nur eines genau im Brennpunkt sitzen kann.
Ohnehin sind Multischalter-Lösungen, wenn sie unter den gegebenen Bedingungen machbar sind, technisch vorzuziehen; die Kanaltrennung in einem guten Multischalter funktioniert sauberer als innerhalb eines Quad- oder Octo-LNBs, und die Spannungsversorgung der LNBs ist durch das Netzteil eines Multischalters stabiler. Besonders wichtig ist das, falls Sie lange Kabel zu den Receivern brauchen (40 Meter oder mehr) oder im PC eine interne DVB-S-Karte einsetzen, deren LNB-Spannung nicht besonders kräftig ist.
Die Multischalter-Lösung macht es außerdem einfacher, das Signal einer terrestrischen Antenne mit einzuschleifen. Wenn Sie dasselbe in Verbindung mit Single-, Twin-, Quad- oder Octo-LNB machen wollen, müssen Sie für jeden Abgang, an dem das terrestrische Signal benötigt wird, eine Einschleifweiche vorsehen.

3 oder mehr Receiver - 2/3/4 Satelliten: Wenn Sie an allen Receivern 2/3/4 Satelliten empfangen wollen, brauchen Sie 2 bis 4 Quattro-LNCs und einen DiSEqC-Multischalter mit 9/13/17 Eingängen. Die Verkabelung vom Multischalter zu den Receivern bleibt gleich.

Bei Bedarf können Sie die genannten Varianten kombinieren. Nur ein Beispiel: Angenommen, Sie möchten an bis zu 8 Receivern Astra empfangen und an einem dieser Receiver zusätzlich Hotbird, so können Sie eine Quattro-LNB-Multischalter-Kombination mit einem Single-LNB und 2/1 DiSEqC-Schalter kombinieren. Jeder Ausgang des 5/8 Multischalters verhält sich nämlich wie ein einzelnes Single-LNB. Wenn alle im Haus Astra empfangen wollen, aber nur einer an anderen Satelliten interessiert ist, kann man mit so einer maßgeschneiderten Lösung viel Geld sparen und braucht trotzdem nicht mehrere Schüsseln. Dasselbe würde auch mit einem Twin-LNB und zwei 2/1 DiSEqC-Schaltern funktionieren, wenn zwei Leute Hotbird sehen wollen usw. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Fachmann fragen, ob Ihre gewünschte Kombination funktioniert. Nicht alles, was theoretisch geht, arbeitet auch in der Praxis einwandfrei.

Sobald Sie mehrere Satelliten ansteuern, müssen Sie sich der DiSEqC-Technik bedienen, die die Umschaltung zwischen den Positionen übernimmt. Mit der Verkabelung des Multischalters oder Umschalters legen Sie fest, in welcher DiSEqC-Reihenfolge Ihr Receiver die verschiedenen Satelliten ansteuert. Im deutschen Sprachraum schließt man immer Astra als Position A an. Der zweite Satellit (z. B. Hotbird) ist dann Position B. Diese Reihenfolge hat den Vorteil, dass man mit alten Receivern, die kein DiSEqC beherrschen, immerhin noch Astra empfangen kann. Näheres zu DiSEqC finden Sie hier.

Wenn Sie ein sogenanntes Monoblock-LNC verwenden wollen, beachten Sie bitte die Hinweise in den FAQ. Generell rate ich von Monoblock-LNCs ab.

Nochmal die Warnung, weil es so wichtig ist: Bitte passen Sie mit den LNB-Bezeichnungen auf. Am häufigsten verwechselt werden Quattro-LNBs (4 getrennte Ausgänge für HH, HV, LH, LV zum Anschluss an externe Multischalter) und Quad-LNBs ("eingebauter Multischalter", 4 Direktausgänge für Receiver).
Selbst einige Händler und kleine Hersteller halten sich nicht ganz an die Konventionen und benutzen die Begriffe falsch, oder sie erschaffen verwirrende neue Begriffe wie "Quat-LNB" oder "Quadro-LNB". Fragen Sie im Zweifelsfall lieber zweimal nach, bevor Sie das Falsche kaufen. Und wenn der Händler sich selber nicht auskennt, kaufen Sie woanders!

Nächster Teil

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: November 2011

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